Von Holger Steltzner
Das Unbehagen über Staatsfonds wächst mit ihrem Einfluss.
China greift nach Afrikas Bodenschätzen, China sichert sich Südamerikas Kupfer, China investiert in Amerikas größte Beteiligungsgesellschaft, Russland beteiligt sich an Europas Luft- und Raumfahrtkonzern EADS, Russlands Staatskonzerne sondieren den Einstieg in die Energieversorger der EU. So haben sich Politiker und die meisten Konzernlenker im Westen die Globalisierung nicht vorgestellt. Sie sind überrascht von der dynamischen Aufholjagd der großen ehemaligen Planwirtschaften – und sinnen auf Abwehr. Die Union will Investitionen von staatlich gelenkten Unternehmen aus dem Ausland verbieten können. Staatsunternehmen dürften nicht die wichtigsten Spieler im Weltmarkt werden, fordert Hessens Ministerpräsident Koch (CDU) und warnt: Russland werde Deutschland spüren lassen, was ein staatlich gelenkter Kapitalist im Auftrag des Kreml ist.
Schneller als erwartet rücken chinesische oder russische Staatskonzerne an die Weltspitze vor. Die größten börsennotierten Staatsunternehmen der Welt, Chinas Ölkonzern Petrochina und Russlands Energieriese Gasprom, werden von den Märkten mit 268 und 242 Milliarden Dollar bewertet. Zum Vergleich: Die größte staatliche Aktiengesellschaft des Westens, Frankreichs Strommonopol EDF, kostet am Markt 198 Milliarden Dollar, und die schwerste deutsche Börsengesellschaft, Siemens, wird zu 129 Milliarden Dollar gehandelt. Die Zahlen belegen, wie kraftvoll China und Russland auf den internationalen Märkten auftreten können – und wie brisant die politische Diskussion über mögliche Schutzzäune für deutsche Konzerne noch werden könnte.
…
mehr dazu auf faz.net






