Kategorie(n) | Kasachstan

Boom in Kasachstan

Veröffentlicht am 11 Juli 2007 von Paul Becker


Kasachstan ist seit dem Zerfall der Sowjetunion im Jahr 1991 unabhängig. Das zentralasiatische Land ist organisiert als präsidial-demokratische Republik mit erheblichen Vollmachten für das Staatsoberhaupt. Ungeachtet der formalen demokratischen Strukturen wird es seit 1990 von dem Präsidenten Nasarbajew autokratisch regiert.

Wirtschaftlich hingegen bietet Kasachstan ein erfreulicheres Bild. Vor allem dank der rapide wachsenden Öl-, Gas-, und Rohstoffförderung expandiert das Inlandsprodukt seit 1999 mit durchschnittlich 9,3 Prozent pro Jahr. Damit gehört das Land zu den wachstumsstärksten Volkswirtschaften der Welt. Die Lokomotive der kasachischen Wirtschaft stellt dabei ganz klar der Ölsektor dar. Um die beträchtlichen Vorkommen zu erschließen, wurden in den vergangenen Jahren enorme Investitionen in die Förder- und Transportkapazitäten getätigt. Damit konnte die Fördermenge seit 2002 auf 63 Mio. Tonnen fast verdoppelt werden, bis 2015 sind 180 Mio. Tonnen geplant.

Stärken und Schwächen
+ seit 1999 fast 10 Prozent Wirtschaftswachstum p.a.
+ große Rohstoffvorkommen (Öl und Metalle)
+ wirtschaftsfreundliche Politik
+ gesunde Haushaltlage
+ bedeutender landwirtschaftlicher Produzent
+ hohe Zuwächse der Realeinkommen
+ sinkende Arbeitslosigkeit

- hohe Abhängigkeit vom Öl
- demokratische Defizite
- hohe Inflation
- Korruption (Rang 111 laut Transparency International)
- unzureichende Bildungsinvestitionen

Fazit:

Wie so viele rohstoffproduzierende Länder konnte auch Kasachstan in den vergangenen Jahren erheblich von der hohen Nachfrage nach Öl, Gas und Erzen profitieren. Mit den Investitionen in weitere Förderanlagen und vor allem mit dem Bau von Pipelines nach Europa und China wurden bereits wichtige Weichenstellungen vorgenommen, um den Rohstoffreichtum weiterhin gewinnbringend zu nutzen. Gleichzeitig sorgt das Land mit dem Zukunftsfonds nach norwegischen Vorbild für ausreichende Reserven für den nächsten zyklischen Abschwung und bemüht sich zunehmend auch um die Etablierung von rohstofffernen Branchen.

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