Kategorie(n) | Armenien, Aserbaidschan

Demokratie im Ausnahmezustand

Veröffentlicht am 19 Juli 2007 von Paul Becker


Präsidentenwahl in der Kaukasus-Republik Berg-Karabach

Von Gesine Dornblüth und Thomas Franke

Auf den ersten Blick hat die Republik Berg-Karabach im Südkaukasus alles, was ein Staat braucht: Eine Hymne, eine Verfassung, eine Fahne und ein Staatswappen.

Doch Berg-Karabach hat ein Problem: Es wird von keinem Land der Welt anerkannt. Dabei bemüht sich die Bergregion seit 1991 darum. Damals, vor sechzehn Jahren, hatte sich Berg-Karabach für unabhängig erklärt. Das Gebiet, etwa halb so groß wie der Schwarzwald, liegt innerhalb der aserbaidschanischen Staatsgrenzen, wird aber seit langem überwiegend von Armeniern bewohnt, derzeit etwa 140.000.

Als die Sowjetunion ihre ersten Auflösungserscheinungen zeigte und die nationalen Bewegungen aufkamen, sahen die Armenier in Berg-Karabach ihre Chance gekommen. Sie suchten zunächst den Anschluss an das Mutterland Armenien. Doch die Aserbaidschaner wollten die bildschöne Bergregion nicht ziehen lassen. Der Konflikt eskalierte zum Krieg.

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