Die Verwaltung des Präsidenten Gurbanguly Berdymuhammedow begann einen “Angriff” auf die öffentliche Meinung, um den despotischen Charakter ihres Landes zu mildern. Gleichzeitig führt Berdymuhammedow aber heimlich eine Säuberung in den höchsten Kreisen der Macht, die es bezeugt, dass es dem Staatsoberhaupt in erster Linie um die Festigung der eigenen Macht, als um eine echte Liberalisierung des Landes geht.
Bildquelle: RIA Novosti
Das bemerkenswertste Ereignis dieser PR-Kampagne ist die Verordnung vom 9. August über die Begnadigung von 11 Menschen, die wegen des angeblichen Anschlag auf das Leben des ehemaligen Führers Turkmenistans Saparmurat Niyazovs in 2002 zur Gefängnisstrafen verurteilt worden sind . Die bekannteste Figur von ihnen ist Nursullah ibn Ibadulla – der ehemalige Hauptmufti Turkmenistans (1996-2003).
In 2004 war Ibadulla zu 22 Jahren Gefängnis wegen des Staatsverrats verurteilt worden. Doch nach Meinungen der zentralasiatischen Experten, lag der echte Grund seiner Verfolgung in seiner Weigurung die “Ruhnama” – “eine geistige Anleitung”, die angeblich vom Präsidenten selbst geschrieben wurde – obligatorisch in die Liturgie der Landesmoscheen aufzunehmen. Indessen bleiben die Hauptbeschuldigten hinsichtlich des Anschlages – der ehemalige Außenminister Boris Shihmuradov und der ehemalige Botschafter Turkmenistans bei der OSZE Batyr Berdyev, bis jetzt in den turkmenischen Gefängnissen.
Berdymuhammedow sprach die Begnadigung in der Sitzung des Ministerkabinettes, die live dem staatlichen Fernsehen ausgestrahlt wurde, aus. Er betonte, dass die Massenamnestien der Häftlinge in seiner Regierungszeit zu einer regelmäßigen Erscheinung werden. Das Fernsehen zeigte auch das Auftreten der vorzeitig Entlassenen. “Ich werde mir mein ganzes verbleibendes Leben dem Dienste an unserem Volk, unserem Land und unserem Präsidenten zur Verfügung stellen ” – sagte am 13. August mit inbrunstiger Dankbarkeit Ibadulla.
So, wie diese Begnadigung präsentiert war, gibt die Gründe, zu meinen, dass Berdymuhammedow auf die öffentliche Meinung sowohl innerhalb des Landes, als auch ausserhalb dessen Grenzen. Er versucht offensichtlich die Kritiker davon zu überzeugen, dass seine Regierung einen deutlichen Abstand von dem despotischen Regime Niyazov, der Ende letzten Jahres verstorben ist, zu nehmen.
Die ärgsten Kritiker Turkmenistans, einschließlich der USA, streben heute aktiv danach, das Land zur Teilnahme an den vorteilhaften energetischen Projekten heranzuziehen und sind deshalb froh, jedes Zeugnis des politischen “Tauwetters” für die Errichtung engerer politischer und ökonomischer Beziehungen mit Turkmenistan zu ergreifen.
Auf der innenpolitischen Arena wirken sich gleich mehrere Faktoren negativ auf die Bemühungen den Glanz des Images von Berdymuhammedow aufzupolieren aus. Obwohl einige unlängst Begnadigten auf den freien Fuss gelassen worden sind, wenn es um die freie Meinungsäußerung geht, sind sie ganz und gar nicht frei. Ibadulla zum Beispiel durfte nicht in seine Heimatstadt zurückkehren. Er musste in der Hauptstadt bleiben und bekam einen Posten in dem Präsidialrat für religiöse Fragen und blieb somit unter der direkten Kontrolle des Staates.
Inzwischen setzen sich die Mitteilungen aus Aschhabad fort, die die “Säuberungen” in den Reihen der regierenden Eliten bestätigen. Die “Säuberungen” begannen im Mai und bekamen in den letzten Wochen einen neuen Impuls. Als erster in den höchsten Regierungsrängen fiel der ehemalige Leiter des persönlichen Schutzes Niyazovs, Akmurat Redzhepov zum Opfer. Wie mitgeteilt wird, wurde er zu 20 Jahren Gefängnisstrafe verurteilt. Unter der ersten Welle der Verhaftungen befanden sich auch sein Sohn, der Offizier des Sicherheitsdienstes, Nurmurat Redzhepov, sowie Murat Agayev (der ehemalige Geschäftspartner Niyazovs).
Dieser Verhaftungen werden in einer Atmosphäre vollen Geheimhaltung durchgeführt. Die Regierung gibt keine Erklärungen bezüglich der Verhaftungen und Prozesse ab. In den letzten Wochen ging eine neue Welle der Verhaftungen durch die Hauptstadt. Anfang August wurde der ehemalige Landwirtschaftsminister Turkmenistans Payzygeldy Meredov verhaftet. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Finanzmanipulationen und Veruntreueung von Baumwohlexportgeldern. Auch sein Sohn Batyr Meredov wurde verhaftet. Auch der ehemalige Stellvertretende Sachverwalter des Präsidenten Niyazov wurde verhaftet. Außerdem befinden sich die beiden Vertrauensmänner Niyazovs, Vladimir Hramov und Vladimir Umnov unter dem Hausarrest. Die letzten drei werden für die bestinformirtesten Personen des Niyazov- Regimes gehalten, insbesondere hatten sie Informationszugang zu den Finanzoperationen des Turkmenbaschis.
In Aschgabad erinnern die Handlungen Berdymuhammedows in Bezug auf seine politischen Gegner – sowohl realen, als auch scheinbaren – an die Politik Niyazovs, der es regelmäßig pflegte personelle Umstrukturierungen dder höchstgestellten Regierungsbeamten durchzuführen, damit seine eigene Macht unbestreitbar bleibt.
Quelle: Vlasti.net
Übersetzung: gusnews

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