In Russland bahnt sich erneut die Entmachtung eines Ölmilliardärs an. Der Chef des Ölkonzerns Russneft, Michail Gutserijew, verlässt das Unternehmen, wie er in der heute erschienenen Ausgabe der russischen Wirtschaftszeitung “Wedomosti” sagte.
Das Unternehmen werde einen neuen Besitzer bekommen. Zuvor habe er bereits abgelehnt, als ihm nahe gelegt worden sei, die Ölbranche “einvernehmlich” zu verlassen. Anschließend seien er und sein Unternehmen einer “Hetzjagd ohne Beispiel” ausgesetzt worden. So seien Ermittlungen zu zahlreichen Vorwürfen aufgenommen worden, unter anderem wegen Steuerhinterziehung.
Feind des Kreml
Russneft-Chef Gutserijew gilt seit vergangenem Jahr als Feind des Kreml, als er sich vor dem offiziellen Bankrott und der Versteigerung von Yukos ein Ölfeld des Ex-Konzerns von Michail Chodorkowski kaufte.
Der Verkauf von Russneft soll laut der russischen Wirtschaftszeitung “Kommersant” demnächst offiziell verkündet werden. Russneft ist eines der zehn größten Ölförderunternehmen in Russland. Gutserijew hatte aus seinen politischen Ambitionen zuletzt keinen Hehl gemacht.
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