Russland gelingt es nicht, neue Transportkorridore für den Export von Öl und Gas aus Zentralasien an seinem Territorium vorbei zu blockieren, stellt die “Nesawissimaja Gaseta” am Donnerstag fest.
Beim Kasachstan-Besuch des aserbaidschanischen Staatschefs Ilcham Alijew wurde zwischen den Staatsunternehmen beider Länder ein Memorandum über die gemeinsame Umsetzung des transkaspischen Projekts über Transport von kasachischem Öl an Russland vorbei geschlossen.
Das Projekt soll zu einem Teil des gerade in Kasachstan entstehenden kaspischen Transportsystems für fossile Brennstoffe werden, in dessen Netz Russland nicht hinein passt, so das Blatt.
Die wachsende Ölproduktion in Kasachstan zwingt dieses Land, eine Politik zu betreiben, die von Russland zunehmend unabhängig ist. Vorerst befördert Kasachstan sein Öl hauptsächlich durch die Pipeline des Kaspischen Konsortiums KTK, die ohnehin bis zu den maximalen 32 bis 35 Millionen Tonnen im Jahr ausgelastet ist, zum russischen Schwarzmeerhafen Noworossijsk. Astana ist zwar an einer Steigerung der Pipeline-Kapazität interessiert, was aber eine Steigerung der Öltransittarife nach sich ziehen wird, was jedenfalls Russland verlangt und was die ausländischen KTK-Teilnehmer ablehnen.
Das neueste aserbaidschanisch-kasachische Memorandum “ist einerseits ein Druckhebel gegen Moskau in der Frage einer KTK-Leistungssteigerung”, meint Sergej Prawossudow, Direktor des Instituts für nationale Energiewirtschaft. “Andererseits geht es darum, ob das Öl vom Vorkommen Kaschagan mehrheitlich via Russland oder via Aserbaidschan und die Türkei geliefert wird.”
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