Deutlicher Sieg Nasarbajews zu erwarten – die wichtigste Oppositionspartei rechnet mit Stimmengewinnen.
Bei den Parlamentswahlen in Kasachstan wird die Partei von Präsident Nasarbajew erneut deutlich gewinnen. Dennoch könnte es diesmal auch einer Oppositionspartei gelingen, ins neue Parlament einzuziehen.
In Kasachstan finden am Samstag Parlamentswahlen statt. Im Gegensatz zu den autoritären Nachbarstaaten in Zentralasien gibt es hier eine farbige Presselandschaft mit Oppositionszeitungen. Auch verfügt die Opposition über Geld und Logistik, um einen ansehnlichen Wahlkampf zu führen. Die Wähler jedoch sind in dem Steppenland nur schwerlich für die politische Auseinandersetzung zu gewinnen. Dabei könnte bei den Parlamentswahlen erstmals eine Oppositionspartei mit einer gewissen Stärke in das Parlament einziehen.
Populistische Versprechen
Lediglich die Affären um Rachat Alijew, den in Ungnade gefallenen Schwiegersohn von Präsident Nursultan Nasarbajew, sowie um den bei der Tour de France des Dopings überführten Radrennfahrer Alexander Winokurow sorgen im Land für Aufregung. Die Präsidentenpartei Nur Otan hält am sportlichen Idol fest und wirbt weiterhin mit Winokurow auf ihren Plakaten.
Die Opposition bemüht sich, bei den Wählern Interesse zu erregen. Bei Auftritten fuchtelt Bulat Abilow, der Chef der Kampagne der oppositionellen Allgemeinen Sozialdemokratischen Partei Kasachstans (OSDP), einem Verkehrspolizisten ähnlich mit den Armen. Jede der nach vorne gerichteten Handbewegungen leitet einen verbalen Angriff auf die Machthaber in dem an Erdöl reichen Land ein. Der 49-jährige, stets elegant gekleidete Abilow wettert gegen die Korruption, gegen Raub und Diebstahl der Reichtümer Kasachstans sowie gegen die Allmacht des Präsidenten Nasarbajew. Er fordert kostenlose Bildung, die Erhöhung der Renten und den Kampf für ein gerechtes Kasachstan.
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