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Das Pentagon warnt vorm chinesischen Drachen

Veröffentlicht am 20 August 2007 von Paul Becker


Von Matthias Rüb

Bildquelle: FAZ

Wirklich vertrauen wird man im Pentagon, im State Department und im Weißen Haus dieser Etikettierung nicht: „Friedensmission 2007“ hieß das Manöver, das die Staaten der Schanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) anlässlich ihres Jahrestreffens in der kirgisischen Hauptstadt Bischkek abhielten. Dabei probten etwa 6500 Soldaten im Südural den gemeinsamen Einsatz gegen „terroristische Banden“, nachdem die Regierung eines fiktiven Staates A die SOZ um Militärhilfe gebeten hatte.

Das im Jahr 2001 gegründete Bündnis Chinas und Russlands mit den zentralasiatischen Staaten Kasachstan, Kirgistan, Tadschikistan und Usbekistan zeigt sich daraufhin bereit, dem Land A zur Hilfe zu eilen, erreicht ein Mandat des UN-Sicherheitsrates für den Einsatz, schickt die von Kampfflugzeugen und Hubschraubern unterstützten Eliteeinheiten, macht die Terrorbanden bald ausfindig und „vernichtet sie binnen kurzem“ – so der russische Generalleutnant Wladimir Moltenskoi.

Ein deutlicher Wink an die Vereinigten Staaten

Zu dem etwa 60 Millionen Euro teuren Manöver, dem ersten der SOZ seit der Gründung des Bündnisses vor sechs Jahren, hatte der russische Präsident Wladimir Putin am Freitag den chinesischen Staatschef Hu Jintao sowie die Präsidenten der vier zentralasiatischen Staaten zum Gipfelabschluss eigens von Bischkek nach Tschebarkul bei Tscheljabinsk im Westsibirischen Tiefland fliegen lassen. China hatte zu dem Manöver 1700 Soldaten sowie Kampfflugzeuge und Hubschrauber beigesteuert. Auch Einheiten aus Kasachstan, Kirgistan, Tadschikistan und Usbekistan nahmen an der Übung teil, die eine Veranstaltung des russischen Militärs war, das die Gelegenheit zudem zu einer Waffenschau für die ausländischen Staatschefs nutzte.

Tags zuvor hatten die sechs Präsidenten in einer gemeinsamen Erklärung wissen lassen, dass die Gewährleistung der Sicherheit in der Region allein Aufgabe der SOZ sei. Das war ein deutlicher Wink an die Vereinigten Staaten, für welche die Region als Aufmarschgebiet für die Militäreinsätze in Afghanistan und auch im Irak wegen der Nachbarschaft zu Iran und wegen der Öl- und Gasvorkommen in der Region von großer geostrategischer Bedeutung ist. Aus Usbekistan musste Washington seine Truppen 2006 abziehen, die Luftwaffenbasis Manas in Kirgistan kann das Pentagon vorerst weiter nutzen.

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