Kategorie(n) | Tadschikistan

Tadschikistan: Streit um “illegale” Moscheen

Veröffentlicht am 20 August 2007 von Paul Becker


In Duschanbe sind in den vergangenen Tagen eine Reihe kleiner Moscheen niedergerissen worden. Für sie habe keine Genehmigung vorgelegen, so die Behörden. Unter der Bevölkerung wird Kritik laut.

Die Gläubigen aus Duschanbe und Vertreter des politischen Islam sind über den Beschluss der Behörden der tadschikischen Hauptstadt empört, nicht registrierte Moscheen abzureißen. Dabei handelte es sich um Räumlichkeiten, die mit Spenden der Bevölkerung errichtet und auch als Gebetsstellen genutzt wurden. Majram wohnt in Duschanbe, in der Muhammadijew-Straße, in der Nähe einer solchen nun zerstörten Einrichtung. Sie berichtete, in den Versammlungsräumen hätten die Menschen auch Totengebete abgehalten: “Niemandem hatte dies geschadet, deshalb ist unverständlich, wen dies gestört hat! Moslems, aber auch Vertreter anderer Religionen brauchen doch Räumlichkeiten, wo sie ihre Rituale vollziehen dürfen.” Der Versammlungsraum in der Muhammadijew-Straße wurde vor 16 Jahre gebaut. Bisher hatten die Behörden nichts auszusetzen. Wenn ein Bewohner aus den umliegenden Hochhäusern verstarb, wurde dort das Totengebet für ihn abgehalten. Jetzt müssten die Menschen dies direkt in den Wohnungen oder Treppenhäusern machen, sagte die Bewohnerin Mastura Mamadnasarowa: “Heute ist im Nachbarhaus ein alter Mann gestorben. Das Totengebet wurde direkt auf dem Platz vor dem Haus gelesen. Es gibt nun keine Moschee mehr!”

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