Archive | September, 2007

Tags: , ,

Beim Internationalen Korruptionswahrnehmungsindex der Transparency International belegen GUS- Staaten die hinteren Plätze

Veröffentlicht am 28 September 2007 von Paul Becker

Zunächst zu dem Background des CPI (Corruption Perception Index). Auf der deutschen Seite des TI (Transparency International) wird der CPI folgendermaßen beschrieben:

Der CPI konzentriert sich auf Korruption im öffentlichen Sektor und definiert Korruption als den Missbrauch von öffentlicher Macht zum privaten Nutzen. In den Umfragen, die für die Erstellung des CPI genutzt werden, geht es meist um Fragen im Zusammenhang mit dem Missbrauch öffentlicher Macht zum privaten Nutzen (zum Beispiel Bestechung von Amts- oder Mandatsträgern, Zahlung von Kickbacks bei der Vergabe öffentlicher Aufträge, Unterschlagung öffentlicher Gelder) oder um Fragen, die auf die Wirksamkeit von Anti-Korruptions-Maßnahmen abzielen.

Zu den Quellen:

Der CPI 2007 umfasst 14 verschiedene Umfragen und Untersuchungen von 12 unabhängigen Institutionen. Transparency International ist immer bestrebt, sicherzustellen, dass die verwendeten Datenmaterialien höchsten Anforderungen entsprechen und die Umfragen mit absoluter Integrität durchgeführt werden. Um im CPI verwendet zu werden, müssen die Daten gut dokumentiert und eine Einschätzung der Reliabilität möglich sein. Alle Quellen müssen eine Rangfolge der erfassten Länder liefern und das Gesamtausmaß der Korruption messen. Diese Anforderungen führen dazu, dass Umfragen, die Korruption mit anderen Fragestellungen verknüpfen, etwa nach der Instabilität des politischen Systems, Dezentralisierungsbestrebungen oder nach Nationalismus, keine Berücksichtigung finden.

Alle Quellen werden hier aufgeführt.

Und nun zu dem eigentlichen Thema des Beitrages:

Unter allen Staaten der ehemaligen Sowjetunion schnitt Usbekistan am schlechtesten ab. Das Land belegte den 175 von 180 Plätzen. Insgesamt schnitten die Zentralasiatischen Staaten sehr schlecht ab: Kasachstan, Kirgistan, Tadschikstan belegten gemeinsam Platz 150, neben Kenia, Sierra Leone und Simbabwe. Turkmenistan wird wegen seiner Verschlossenheit unter dem Turkmenbaschi nicht in der Liste geführt.

Unter den Ländern des Südkaukasus war Georgien am wenigsten Korrupt (Platz 79), gefolgt von Armenien (Platz 99) und Aserbaidschan (Platz 150).

Im europäischen Teil der GUS schnitten Russland und die Weißrussland am schlechtesten ab (Plätze 143 und 150), Ukraine belgte den Platz 118 des Korruptionswahrnehmungsindex, Moldawien landete auf dem 111 Platz.

Am besten unter den Ländern der ehemaligen SU schnitten die Baltischen Länder ab. Lettland und Litauen belegten gemeinsam den Platz 51 und Estland kam auf dem 28 Platz. Das war das zweitbeste Ergebnis (Nach Slowenien – Platz 27) in Gesamtosteuropa.

Paul Becker/ gusnews

Crosslinks:

- Häftlinge nähen sich Münder zu
- Wahlen in Kasachstan mit klarem Favoriten
- Boom in Kasachstan
- In Weissrussland ist der Oberst des Komitees für Staatssicherheit verhaftet

Kommentare (2)

Tags: ,

Die Preise für Lebensmittel in der Ukraine sind rapide gestiegen

Veröffentlicht am 27 September 2007 von Paul Becker

Am schnellsten wuchsen die Preise, im Schnitt um 13,5%, auf pflanzliche und tierische Fette. Speck (????), eine ukrainische Spezialität, verteuerte sich um 22%, Sonnenblumenöl um 17,2%, Butter um 4,6%. Um 7,4- 12% wuchsen die Preise auf Fleisch und Fleischerzeugnisse, Milch und Milchprodukte, Nudeln, Mehl und Brot.

Laut Berichten des staatlichen ukrainischen Kommittes für Statisti, sanken die Preise für Gemüse um 19,2%. Die Preise für Kartoffeln fielen um 25,2%, Zwiebeln, Möhren, Rote Beete und Kohl verbilligten sich um 15 – 26,3%. Auch die Preise für Obst und Zucker sanken laut dem Kommitte um 9% und 3%.

In der verarbeitenden Industrie stiegen die Preise durchschnittlich um 1,6%. 3,3% mehr Geld müssen die Ukrainer für Lebensmittel, Getränke und Tabakwaren ausgeben.

Im July betrug die Inflation 1,4%. Im Zeitraum von Januar- July 2007 wuchsen die Preise insgesamt um 5,6%. Die Lebensmittel wuchsen in dieser Periode um 8,1%, Industriewaren um 0,4% und Dienstleistungen um 5,8%

Das Wirtschaftsministerium der Ukraine geht von einer Jahresinflation in der Ukraine von 7,5% aus. Die Ratingagentur Moody´s prognostiziert für die Ukraine eine Jahresinflation von 10,5%. Die Weltbank geht von einer Jahresinflation von 9,7%

Kommentar: Ich habe mich mit einer Freundin unterhalten, die in diesem Sommer in der Ukraine war, um ihre Familie dort zu besuchen. Und ich kann diese Angaben bestätigen. Sie sagte aber auch, dass auch das Obst und Gemüse viel teuerer geworden sind. Für ein Kilo Tomaten musste sie auf dem Markt nämlich umgerechnet 2$ zahlen. Und das in der Ukraine, die schon immer eine Kornkammer gewesen ist. Sie sagte, dass viele Felder einfach brach liegen, weil es keinen gibt, der sie bestellen will (es gibt so gut wie keine Kredite für Bauern, da sie keine Garantien vorweisen können). Die Trockenheit dieses Sommers tat das Übrige und die Weizenernte fiel sehr, sehr mager aus, so dass es sogar per Dekret verboten worden ist, Weizen zu exportieren.

Die hohe Inflation könnte eine Folge des hohen BIP- Wachstums sein, das nicht wie im Falle Aserbaidschans auf den gestiegenen Staatsausgaben beruht, da die staatlichen Ausgaben der Ukraine nicht wesentlich gestiegen sind. Doch auch ein prognostiziertes Wachstum von 7,2% dieses Jahr erklärt nicht diese hohe Inflation, die das Wachstum praktisch wieder revidiert. Die Einkommen der meisten Ukrainer stehen in keinster Weise in einer gesunden Relation zu den dortigen Preisen.

Quelle: Zadonbass

Übersetzung: Paul Becker/ gusnews

Crosslinks:

- Ukraine: Getreideernte wird höchstens 27 Millionen Tonnen betragen
- Ukraine: Regierung schränkt Getreideexport wegen Missernte ein
- Ukraine: Janukowitsch sieht Wirtschaftswachstum trotz politischer Krise nicht gefährdet
- Die Regierung Ukrainas prognostiziert das BIP- Wachstum von 7,2%
- Aserbaidschan: Inflation bis zu 16% wird erwartet

Kommentare (0)

Neue Features auf meiner Seite: GUS- Währungsumrechner

Veröffentlicht am 24 September 2007 von Paul Becker

Liebe Leser der GUS- News,

ich habe gerade einen Währungsumrechner für die Währungen der GUS- Staaten eingebaut. Sie finden ihn auf der rechten Seite unter der Spalte: Verlinkte Seiten. Die Währungskurse werden in regelmäßigen Abschnitten aktualisiert.

Kurse folgender Länder können Sie problemlos zu und von Euro umrechnen lassen:

- Russland
- Ukraine
- Weißrussland (Belarus)
- Moldawien
- Georgien
- Armenien
- Aserbaidschan
- Kasachstan
- Usbekistan
- Turkmenistan
- Kirgistan
- Tadschikistan

Den Währungsrechner finden Sie in der rechten unteren Leiste.

Paul Becker/ gusnews

Crosslinks:

- Russland wertet Rubel um 0,5% auf
- Konjuktur: Dunkle Wolken über dem Baltikum
- Russland erhöht Zinsen

Kommentare (0)

Tags: , ,

Kasachstan will mehr Selbstbestimmung über Riesen-Ölfeld

Veröffentlicht am 16 September 2007 von Paul Becker

Foto: wikipedia

Ein interessanter Artikel erschien heute in der Basler Zeitung:

Nach Russland will auch Kasachstan die Macht westlicher Konzerne bei der Ausbeutung seiner riesigen Energievorkommen beschneiden. Im Visier der kasachischen Führung ist ein Konsortium um den italienischen Eni-Konzern.Der staatliche Konzern Kazmunaigaz solle das Ölfeld Kaschagan im Kaspischen Meer künftig gleichberechtigt mit dem Konsortium ausbeuten, sagte der kasachische Regierungschef Karim Massimow am Donnerstag in Astana.In Russland war dem Shell-Konzern in einem ähnlichen Fall die Lizenz für das riesige Gas- und Ölförderprojekt Sachalin II entzogen worden. Shell trat Ende des vergangenen Jahres die Kontrolle an den staatlichen russischen Energieriesen Gazprom ab.

Der Eni-Konzern musste seine Arbeiten auf dem Ölfeld Kaschagan vor kurzem wegen Verstössen gegen Umweltauflagen einstellen. Noch gebe es «freundschaftliche Verhandlungen» über eine gemeinsame Leitung des Projekts, sagte Massimow.

«Aber wenn die kasachischen Forderungen nicht akzeptiert werden, haben wir einen Plan B, von dem ich erst später erzählen werden.» Kaschagan gilt als einer der grössten Ölfunde der vergangenen 30 Jahre.

Bei der Ausbeutung hat Eni die Führung in dem Joint Venture Agip KCO, an dem zahlreiche internationale Energiekonzerne beteiligt sind, darunter Total, Shell und ExxonMobil.

Auch in den zentralasiatischen Ländern findet also ein Umdenken statt. Die erforderlichen Investitionen in die Förderinfrastruktur sind gemacht worden, nun braucht Kasachstan die westlichen Energiekonzerne nicht mehr. Der Befehl kann ja nur von ganz oben kommen. Ich frage mich welche Strategie er dabei verfolgt? Sich den westlichen Energieriesen entgegenzustemmen ist ein gewagtes Unterfangen. Das heißt also, dass Nasarbajew sich sehr sicher in seinem Sattel fühlen muss, was Angesicht der politischen Entwicklung des Landes in den letzten Paar Monaten auch nicht verwunderlich ist.

Ich bin gespannt, wie die Sache ausgeht. Ich werde sie liebe Leser von gusnews weiter auf dem laufenden halten.

Paul Becker/ gusnews

Crosslinks:

- Regierungspartei siegt bei Parlamentswahl in Kasachstan
- Nasarbajew: Kasachstan will in die Ausbeutung der mongolischen Naturressourcen investieren
- Wahlen in Kasachstan mit klarem Favoriten
- Imagepflege auf Kasachisch
- Kasachstan: Präsident stärkt seinen Einfluss auf die Exekutive
- Der lange Arm aus Almaty
- Nursultan Nasarbajew ist gegen die Umbenennung Astanas nach ihm und will auch kein Denkmal
- Nasarbajew schmiss seine Tochter raus

Kommentare (0)

Advertise Here
Advertise Here