Eine interesante Nachricht publizierte heute RIA Novosti:

Bildquellen: lenta.ru und kmu.gov.ua
Der russische Exil-Oligarch Boris Beresowski will von den Organisatoren der „orange“ Revolution in der Ukraine einen Finanzbericht für die Geldmittel verlangen, die er für die „Entwicklung der demokratischen Institute in der Ukraine“ überwiesen hat, schreibt die „Rossijskaja Gaseta“ am Mittwoch.
Wird das Gericht dem Großunternehmer Recht geben, so wird der ukrainische Präsident Viktor Juschtschenko zugeben müssen, dass die „orange“ Revolution nicht nur eine Energie der Massen widerspiegelte, sondern auch eine Aktion war, die beträchtliche Spesen verlangte. Darunter auch Geldspritzen ausländischer Sponsoren. Außerdem wird der ukrainische Staatschef zugeben müssen, dass seine engen Freunde in finanzieller Hinsicht nicht gerade sauber waren.
Beresowskis Klage richtet sich gegen die Kandidaten bei den bevorstehenden Parlamentswahlen Dawid Schwanija und Alexander Tretjakow, die den hinter dem Präsidenten stehenden Wahlblock „Unsere Ukraine – Selbstverteidigung des Volkes“ vertreten. Der Oligarch verdächtigt, dass diese Politiker sich dieses Geld einfach angeeignet haben.
Zum ersten Mal war der Skandal um „Beresowskis Geld“ im April 2005 ausgebrochen. Damals behauptete der im Londoner Exil lebende Großunternehmer, er habe die „orange“ Revolution gesponsert. Beresowski forderte einen Bericht von David Schwanija, der damals den Posten des Zivilschutzministers bekleidete, und Alexander Tretjakow, der zu jenem Zeitpunkt die Funktion des ersten Präsidentenberaters innehatte. Im September 2005 erklärte Präsident Juschtschenko offiziell, er habe kein Geld von Beresowski bzw. von anderen ausländischen Sponsoren bekommen. Dennoch mussten Schwanija und Tretjakow ihre damaligen Posten aufgeben.
Während der Parlamentswahlkampagne 2006 machte sich Beresowski wieder bemerkbar. Wie er erklärte, reichte er bei einem britischen Gericht Klagen gegen Schwanija und Tretjakow sowie gegen die Firmen Elgrade Limited und Goldstar Agency Limited in Bezug auf die Nutzung von Geldmitteln in Höhe von 22,85 Millionen US-Dollar.
Diesmal behauptet Beresowski, er habe seinen Partnern „ungefähr“ 45 Millionen Dollar zur Verfügung gestellt.
Ukrainische Beobachter sehen hinter der jüngsten Runde des Skandals den Wunsch Boris Beresowskis, dem ukrainischen Spitzenpolitiker und dessen Team dafür zu rächen, dass sie ihm keine Möglichkeit geboten haben, in der Ukraine geschäftlich aktiv zu sein.
Experten zweifeln indessen daran, dass sich Schwanija und Tretjakow dieses Geld angeeignet haben. Höchstwahrscheinlich ist sich auch Beresowski dessen gut bewusst, dass das Geld für die Finanzierung der nahezu zwei Monate langen Demonstration der Oppositionellen in den kalten November- und Dezembertagen 2004 in Kiew ausgegeben wurde. Ein Tag dieser Kundgebungen kostete laut Schätzungen von Beobachtern mindestens eine Million Dollar. Zugleich kümmerten sich die Organisatoren der Massenproteste kaum um eine strenge Buchhaltung.
Quelle: RIA Novosti
Besonders interessant aus meiner Sicht ist diese Passage:
Wird das Gericht dem Großunternehmer Recht geben, so wird der ukrainische Präsident Viktor Juschtschenko zugeben müssen, dass die „orange“ Revolution nicht nur eine Energie der Massen widerspiegelte, sondern auch eine Aktion war, die beträchtliche Spesen verlangte. Darunter auch Geldspritzen ausländischer Sponsoren. Außerdem wird der ukrainische Staatschef zugeben müssen, dass seine engen Freunde in finanzieller Hinsicht nicht gerade sauber waren.
Wenn der Juschtschenko das zugibt, dann bekommen alle Zweifler und Verschwörungstheoretiker ihr Recht, dass die Orangene Revolution aus dem Ausland (und zwar nicht nur von Privatpersonen, sondern auch von ausländischen Regierungen (rus.) ) finanziert wurde und somit eine Beeinflussung des ukrainischen Volkes von Außerhalb stattgefunden hat.
Aber auch die Finanzierung des “Blauen Widerstands” Janukowitschs auf dem Maidan war ziemlich dubios.
Das ukrainische Volk mutiert zu einem Spielball globaler Interessen…

Crosslinks:
- Russland: Noch ein Haftbefehl gegen Beresowski
- Russland wirft Beresowski versuchten Staatsstreich vor
- „Die Wahrheit über die orange Revolution“ von Illya Kozyrew







September 7th, 2007 at 09:38
Hallo Paul !
Selbiges gilt auch für “den Marsch der Nichteinverstandenen” in Russland. Ob Beresowski, ob Kasparow … die “Mobilmachung” von “Oppositionellen” kostet eben Geld. Gegenwärtig wohl um die 100 US $ pro Demonstrant und Tag. Das summiert sich. Wahrscheinlich ist die Babuschka in “Piter” oder Moskau für weniger zu haben als der Student / die Studentin in Kiew. Jeder “Jubelperser” hat seinen Preis … “Grundgehalt” + “Gefahrenzulage” …
Geschäftsleute wollen ein “Return on Investment” oder die “Offenlegung der Bücher”. Ob “Boris the Blade Beresowski” seine Ausgaben in der Ukraine in seiner Londoner STeuerklärung geltend machen kann ?
Gruß
Heribert