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Kasachstan will mehr Selbstbestimmung über Riesen-Ölfeld

Veröffentlicht am 16 September 2007 von Paul Becker


Foto: wikipedia

Ein interessanter Artikel erschien heute in der Basler Zeitung:

Nach Russland will auch Kasachstan die Macht westlicher Konzerne bei der Ausbeutung seiner riesigen Energievorkommen beschneiden. Im Visier der kasachischen Führung ist ein Konsortium um den italienischen Eni-Konzern.Der staatliche Konzern Kazmunaigaz solle das Ölfeld Kaschagan im Kaspischen Meer künftig gleichberechtigt mit dem Konsortium ausbeuten, sagte der kasachische Regierungschef Karim Massimow am Donnerstag in Astana.In Russland war dem Shell-Konzern in einem ähnlichen Fall die Lizenz für das riesige Gas- und Ölförderprojekt Sachalin II entzogen worden. Shell trat Ende des vergangenen Jahres die Kontrolle an den staatlichen russischen Energieriesen Gazprom ab.

Der Eni-Konzern musste seine Arbeiten auf dem Ölfeld Kaschagan vor kurzem wegen Verstössen gegen Umweltauflagen einstellen. Noch gebe es «freundschaftliche Verhandlungen» über eine gemeinsame Leitung des Projekts, sagte Massimow.

«Aber wenn die kasachischen Forderungen nicht akzeptiert werden, haben wir einen Plan B, von dem ich erst später erzählen werden.» Kaschagan gilt als einer der grössten Ölfunde der vergangenen 30 Jahre.

Bei der Ausbeutung hat Eni die Führung in dem Joint Venture Agip KCO, an dem zahlreiche internationale Energiekonzerne beteiligt sind, darunter Total, Shell und ExxonMobil.

Auch in den zentralasiatischen Ländern findet also ein Umdenken statt. Die erforderlichen Investitionen in die Förderinfrastruktur sind gemacht worden, nun braucht Kasachstan die westlichen Energiekonzerne nicht mehr. Der Befehl kann ja nur von ganz oben kommen. Ich frage mich welche Strategie er dabei verfolgt? Sich den westlichen Energieriesen entgegenzustemmen ist ein gewagtes Unterfangen. Das heißt also, dass Nasarbajew sich sehr sicher in seinem Sattel fühlen muss, was Angesicht der politischen Entwicklung des Landes in den letzten Paar Monaten auch nicht verwunderlich ist.

Ich bin gespannt, wie die Sache ausgeht. Ich werde sie liebe Leser von gusnews weiter auf dem laufenden halten.

Paul Becker/ gusnews

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