Kategorie(n) | Ukraine

Die Preise für Lebensmittel in der Ukraine sind rapide gestiegen

Veröffentlicht am 27 September 2007 von Paul Becker


Am schnellsten wuchsen die Preise, im Schnitt um 13,5%, auf pflanzliche und tierische Fette. Speck (????), eine ukrainische Spezialität, verteuerte sich um 22%, Sonnenblumenöl um 17,2%, Butter um 4,6%. Um 7,4- 12% wuchsen die Preise auf Fleisch und Fleischerzeugnisse, Milch und Milchprodukte, Nudeln, Mehl und Brot.

Laut Berichten des staatlichen ukrainischen Kommittes für Statisti, sanken die Preise für Gemüse um 19,2%. Die Preise für Kartoffeln fielen um 25,2%, Zwiebeln, Möhren, Rote Beete und Kohl verbilligten sich um 15 – 26,3%. Auch die Preise für Obst und Zucker sanken laut dem Kommitte um 9% und 3%.

In der verarbeitenden Industrie stiegen die Preise durchschnittlich um 1,6%. 3,3% mehr Geld müssen die Ukrainer für Lebensmittel, Getränke und Tabakwaren ausgeben.

Im July betrug die Inflation 1,4%. Im Zeitraum von Januar- July 2007 wuchsen die Preise insgesamt um 5,6%. Die Lebensmittel wuchsen in dieser Periode um 8,1%, Industriewaren um 0,4% und Dienstleistungen um 5,8%

Das Wirtschaftsministerium der Ukraine geht von einer Jahresinflation in der Ukraine von 7,5% aus. Die Ratingagentur Moody´s prognostiziert für die Ukraine eine Jahresinflation von 10,5%. Die Weltbank geht von einer Jahresinflation von 9,7%

Kommentar: Ich habe mich mit einer Freundin unterhalten, die in diesem Sommer in der Ukraine war, um ihre Familie dort zu besuchen. Und ich kann diese Angaben bestätigen. Sie sagte aber auch, dass auch das Obst und Gemüse viel teuerer geworden sind. Für ein Kilo Tomaten musste sie auf dem Markt nämlich umgerechnet 2$ zahlen. Und das in der Ukraine, die schon immer eine Kornkammer gewesen ist. Sie sagte, dass viele Felder einfach brach liegen, weil es keinen gibt, der sie bestellen will (es gibt so gut wie keine Kredite für Bauern, da sie keine Garantien vorweisen können). Die Trockenheit dieses Sommers tat das Übrige und die Weizenernte fiel sehr, sehr mager aus, so dass es sogar per Dekret verboten worden ist, Weizen zu exportieren.

Die hohe Inflation könnte eine Folge des hohen BIP- Wachstums sein, das nicht wie im Falle Aserbaidschans auf den gestiegenen Staatsausgaben beruht, da die staatlichen Ausgaben der Ukraine nicht wesentlich gestiegen sind. Doch auch ein prognostiziertes Wachstum von 7,2% dieses Jahr erklärt nicht diese hohe Inflation, die das Wachstum praktisch wieder revidiert. Die Einkommen der meisten Ukrainer stehen in keinster Weise in einer gesunden Relation zu den dortigen Preisen.

Quelle: Zadonbass

Übersetzung: Paul Becker/ gusnews

Crosslinks:

- Ukraine: Getreideernte wird höchstens 27 Millionen Tonnen betragen
- Ukraine: Regierung schränkt Getreideexport wegen Missernte ein
- Ukraine: Janukowitsch sieht Wirtschaftswachstum trotz politischer Krise nicht gefährdet
- Die Regierung Ukrainas prognostiziert das BIP- Wachstum von 7,2%
- Aserbaidschan: Inflation bis zu 16% wird erwartet

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