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Um Gründe von Wanderungen der Hochqualifizierten zu untersuchen, nutzen traditionelle Ansätze der Migrationsforschung häufig Modelle, die internationale Migrationen im Rahmen von sogenannten Push- und Pull-Faktoren erklären.
Damit ist gemeint, dass es vom Aufnahmeland (Pull-Faktoren) oder vom Sendeland (Push-Faktoren) ausgehende Kräfte gibt, die Migrationen bestimmen. Ich unterteile die Push- und Pull Faktoren in drei Kategorien: wirtschaftliche, politische und soziale (private).
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Wirtschaftliche Faktoren
Politische Faktoren
Soziale Faktoren
Natürlich handelt es sich nur um eine Auswahl an Kriterien. Und es Treffen nicht alle auf jedes Land in Osteuropa zu. Die persönlichen Schicksale der Menschen sind zu vielfältig, um sie alle mit ein paar Faktoren eingrenzen zu können. Jedoch bietet ein Mix aus diesen drei Faktorenebenen eine gute Grundlage, um Migrationsentscheidungen der Hochqualifizierten aus Osteuropa erklären zu können. Insgesamt kann man für Osteuropa bei all ihrer Heterogenität sagen, dass zu diesem Zeitpunkt wirtschaftliche und soziale Faktoren bei der Entscheidungsfindung der Einzelnen Akteure für/ oder gegen eine Migration eher die Rolle spielen. Politische Faktoren spielten insbesondere auf dem Balkan und im Kaukasus vor wenigen Jahren eine sehr wichtige Rolle für die potentiellen Migranten, ihr Glück lieber woanders zu versuchen als in ihrer eigenen Heimat. Aber auch für andere Länder der GUS, wie zum Beispiel für Weißrussland, Ukraine und Russland treffen einige der politischen Faktoren bei der Entscheidungsfindung für eine Migration zu.
Neben der Migration von ausgebildeten Spezialisten gewann in den letzten Jahren eine andere Gruppe mehr und mehr an Bedeutung. Die Migration von Studenten. Ich nehme das in meine Arbeit auf, weil es sich um die Gruppe angehender Spezialisten von Morgen handelt und es sehr wichtig ist ihre Strategien zu wissen.
Die Migration von Studierenden hat weltweit zugenommen. In Europa studierten 2002 insgesamt etwa 834.000 Ausländer. Etwa die Hälfte kommt aus einem anderen Staat der OECD, die andere Hälfte von Staaten außerhalbder OECD. Im Zuge der EU- Osterweiterung 2004 und 2007 wurden 8 Osteuropäische Länder: Polen, Tschechien, Slowakei, Ungarn, Slowenien, Estland, Lettland, Litauen, Bulgarien und Rumänien als vollwertige Mitglieder in die Europäische Union aufgenommen. Dieser historische Schritt ermöglichte den Studierenden aus Osteuropa an verschiedenen europäischen Austauschprogrammen (wie zum Beispiel Socrates) teilzunehmen. Deswegen gehe ich davon aus, dass die Zahl der Osteuropäischen Studierenden, die nun leichteren Zugang zum Studium in Westeuropa haben, sich erhöht hat.
Die Migration von Studierenden ist in doppelter Hinsicht ein Wirtschaftsfaktor. Zum einen zahlen Studierende in den meisten aufnehmenden Staaten teils hohe Studiengebühren, deshalb ist sogar bereits ein Wettbewerb um zahlungskräftige ausländische Studierende entbrannt. Auf der anderen Seite wird die Ausbildung von Fachkräften aus Nicht-OECD- Staaten als Investition in das Entwicklungspotential und die Wirtschaftskraft dieser Staaten angesehen. Und schließlich werden auch die daraus folgenden politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den Ausbildungsstaaten und zurückkehrenden Akademikern und Führungskräften überwiegend positiv beurteilt.
Doch nicht alle Studierende aus Osteuropa studieren im Ausland, die meisten bleiben natürlich weiterhin in Ihren Ländern. Und auch diese Gruppe Studierender bedarf einer Beachtung. Was sind ihre Strategien?
Im Rahmen einer Untersuchung, die vom „Centrum for international Relations“ in Warschau gemacht und vom „German Marshall Fund“ finanziert wurde, befragte man russische Studenten der Moskauer Lomonossow Universität, die in den Fächern Mathematik, Biologie, Physik, Chemie, Computing and Cybernatics und Wirtschaft studieren über ihre mögliche Migrationsstrategien.
Nur 24% von ihnen gaben an, dass sie permanent in Russland leben und arbeiten möchten, 6% verfolgen eine Strategie der Auswanderung (leben und arbeiten im Ausland), 5% wollen im Ausland leben, jedoch berufliche Kontakte zu Russland behalten, 59% der Respondenten wollen in Russland leben, jedoch eine berufliche Möglichkeiten im Ausland haben (auf Kontraktbasis zum Beispiel), 6% waren sich nicht sicher. Es zeigt ganz deutlich, dass die Studenten der Berufe, die auf den internationalen Arbeitsmärkten gefragt sind ihrer Möglichkeiten im Berufsleben ganz bewusst sind.
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Crosslinks:
- Analysen: Migration von Spezialisten aus Osteuropa 1. Teil
- Analysen: Migration von Spezialisten aus Osteuropa 3. Teil
Analysen: Migration von Spezialisten aus Osteuropa 1. Teil | GUS - News 27April2008
[...] - Analysen: Migration von Spezialisten aus Osteuropa 2. Teil [...]
Analysen: Migration von Spezialisten aus Osteuropa 3. Teil | GUS - News 28April2008
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