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Es wurde viel über die schwierigen russischen Transformationsjahre 1991- 2001 geschrieben und diskutiert. Ich möchte an dieser Stelle und auf diesem Weg meinen bescheidenen Beitrag zur Diskussion beitragen.
„Das Wort Rente entspricht dem altfranzösischen Wort rente - Ertrag, und ist wahrscheinlich abgeleitet aus dem lateinischen reddere - zurückgeben.“

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Die Geschichte der Rente geht sehr weit zurück. Im Mittelalter entwickelten sich bereits Einrichtungen zur Selbsthilfe auf genossenschaftlicher Basis. Zu den ältesten Institutionen gehören die Gemeinschaften der Bergleute. Zur Unterstützung im Falle von Not und Krankheit wurden Umlagen erhoben (Büchsenpfennig). Die gesetzliche Rentenversicherung existiert bereits seit über 110 Jahren, sie wurde gemeinsam mit anderen Sozialversicherungen zum ersten Mal in Deutschland durch Bismarck 1889 eingeführt.
In der heutigen Gesellschaft hat die Vorsorge für das Alter einen besonders hohen Stellenwert. Es gilt, auch im Ruhestand den Lebensstandard erhalten zu können. Wie sieht es mit der Rente in Russland aus? Hat sich seit der Sowjetzeit etwas verändert? Vieles ist bereits über die Entwicklung der Russischen Föderation in den 90er Jahren geschrieben und untersucht worden. Aber wie sah und sieht es denn mit der russischen Rente und russischen Rentnern aus? Wie haben sie die schweren Jahre der Transformation, die Hyperinflation und massenhaften Nichtauszahlungen der Löhne, Gehälter und Renten ausgehalten? Welche Überlebensstrategien haben die russischen Rentner entwickelt?
Die durchschnittliche Lebenserwartung der männlichen Bevölkerung in Russland lag in den 90er Jahren bei unter 60 Jahren während Frauen durchschnittlich 75 und mehr Jahre gelebt hatten. In diesem Zusammenhang ist es auch besonders wichtig der Frage nachzugehen, ob die Struktur der Haushaltseinkommen und –ausgaben der alleinstehenden Rentnern und der Rentnerehepaare sich voneinander unterscheiden.
Was hat denn die russische Regierung in den 90er Jahren unternommen, um den Rentnern zu helfen und hat sie etwas unternommen? Und ist es mit um das Rentensystem der Putin- Regierungszeit bestellt? Ist die Rentenreform 2002 erfolgreich gewesen?
Das sind die Leitgedanken, die mich beschäftigen und die ich in dieser Analyse untersuchen möchte.
Rente in der UdSSR
Um besser die Veränderungen im Rentensystem, die in Russland seit 1991 vonstatten gingen, verstehen zu können, müsste man zunächst das Rentensystem der UdSSR analysieren.
In den alten RGW- Ländern, allen voran der UdSSR herrschte ein ständiger Arbeitsmangel. 1989 gab es in der SU nur 0,5%igen jährlichen Zuwachs an der Bevölkerung im Erwerbsalter. Und die bereits hohen Erwerbsquoten verschärften die Situation nochmals. Die Beschäftigungspolitik der SU stand unter dem Druck der sozialistisch geprägten Sozialpolitik. Diese Verlangte eine Reihe von Regelungen, die nicht unbedingt im Einklang mit wirtschaftlichen Bedürfnissen stand. Der Übergang der Arbeitnehmer in den Ruhestand ist ein typisches Beispiel dieser Bedingungen. Aus sozialpolitischen Gründen waren die Altersgrenzen für den Anspruch auf die Rente viel niedriger festgesetzt, als es in der westlichen Welt üblich ist. Dies wirkte nicht nur ungünstig auf den Stand der Beschäftigung, sondern auch mindernd auf die Renten, deren niedrige Beiträge zur weiteren Beschäftigung im Alter zwangen. Die Tatsache, dass die Rentenfonds über den Staatshaushalt geführt wurden, war ein zusätzliches Hindernis für die ökonomische Handhabung diesen Fond. Die festlegten Rentenabgaben waren niedrig und deckten nicht die Pensionsausgaben. So deckten 1988 die abgeführten Rentenbeiträge nur 43% der Gesamtausgaben für die Renten. Den Rest musste der Staatshaushalt bezuschussen. Die Gesamtausgaben für die Renten betrugen 1988 5,5% des BIP. Und der Polster war so dünn, so dass für die nächste planmäßige minimale Rentenerhöhung keine finanziellen Mittel mehr frei waren.
(…)
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