Estland hat innerhalb Europas eines der höchsten Unterschiede in den Einkommen der Bevölkerung. Doch die Tendenz in dem baltischen Land geht eindeutig Richtung Egalität der Bevölkerung.
Wenn 2004 noch der durchschnittliche europäische Gini- Koeffizient, der die Unterschiede in Einkommen charakterisiert bei 32,7 lag, lag dieser in den Baltischen Ländern zwischen 33,4 und 35,5 und machte Estland somit zu einem eher ungleichen Land, was das Einkommen betrifft. Die größte Egalität in Europa wurde in den Skandinavischen Ländern gemessen (Schweden 22,5; Dänemark 22,7). Aber auch Finnland lag mit 24,9 deutlich unterhalb des europäischen Durchschnitts.
Zur Erinnerung Gini- Koeffizient von 0 bedeutet, dass die Einkommen völlig gleichmäßig unter der Bevölkerung verteilt werden, Gini- Koeffizient von 100 bedeutet, dass der gesamte Volkswirtschaftliche Ertrag sich in den Händen einer Person befindet.

Die positive Nachricht ist, dass in der letzten Zeit Tendenzen zur Senkung des Gini- Koeffizienten zu beobachten sind. Während in 2000 der Unterschied bei den Einkommen des reichsten Fünftel der Bevölkerung und des ärmsten Fünftel der Bevölkerung noch 6,3- fach war, so entwickelte er sich in den nächsten Jahren folgendermaßen: 2001: 6,1- fach, 2003: 5,9- fach, 2004: 7,2- fach, 2005: 5,9- fach, 2006: 5,5- fach.
Die Gründe dafür könnten in den steigenden Löhnen im verarbeitenden Gewerbe sein, die aufgrund mangelnder Arbeitskräfte verursacht sind, weil in den letzten Jahren viele Handwerker aus den Baltischen Ländern ihr Glück lieber in Westeuropa suchten, als daheim zu bleiben. Diese massive Abwanderung hinterließ eine große Lücke, die nicht zu schließen sei.
Der Bericht deutet auch daraufhin, dass die erfolgreichsten Länder, diejenigen seien, die ein niedriges Gini- Koeffizient aufweisen können. Deswegen können die Estnischen Bürger beruhigt schlafen, da der heutige Premierminister des Landes Andrus Ansip bei seiner Wahl versprach, er werde Alles tun, Estland unter die fünf reichsten Länder Europas zu führen.

Crosslinks:
- Integrationsprogramm Estlands hat versagt
- Estland: Wachstumsprognose für 2007 nach unten korrigiert
- Konjuktur: Dunkle Wolken über dem Baltikum








