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Mit diesem Beitrag möchte ich an meinen Artikel vom 23. Juni. 2008 über die Armut in der Russischen Föderation anknüpfen. Wie ich in diesem Artikel geschrieben habe sagte die Mehrheit der russischen Bevölkerung bei einer Umfrage der Stiftung “Öffentliche Meinung” aus, die Armut im Land habe zugenommen.
Trotz vieler positiver Entwicklungen der letzten Jahre muss man jedoch konstatieren, dass das Land immer noch mit den Folgen der Wirtschaftsstagnation in der Sowjetunion Ende 80er bzw. unter den Folgen der turbulenten 90er Jahre zu kämpfen hat.

Letzten Freitag erschien eine Umfrage des russischen Umfragezentrums WCIOM über die Lebensmittelausgaben im Familienbudget.
Bevor ich zu den Ergebnissen dieser Umfrage komme, möchte ich zunächst die Bedeutung der Lebensmittelausgaben bei der Identifizierung der Armut in Erinnerung rufen. Die Lebensmittelausgaben sind insofern ein Indikator für Armut im Lande, dass die Bevölkerung in einem armen Land die Mehrheit ihrer Ausgaben für Nahrung und Kleindung veranschlagt, denn diese beiden Güter sind lebensnotwendig. Insbesondere wird Nahrung in den Wirtschaftswissenschaften oft als unelastisches Gut bezeichnet. Auch bei steigenden Preisen bleibt die Nachfrage stabil, da es keine Substitute für dieses Gut gibt und es überlebensnotwendig ist. Deswegen bleibt auch bei steigenden Preisen die Nachfrage nach diesen Gütern stabil, es findet eine Umstrukturierung des Budgets statt, bei der diese unelastischen Güter (in diesem Fall Nahrung) größere Anteile im Ausgabenpart einnehmen.
Die Umfrage des WCIOM hat gezeigt, dass in Russland nur 6% der Respondenten weniger als einen Viertel ihres Familienbudgets für die Nahrung ausgeben. 30% der Befragten veranschlagen 25- 49% ihrer Einnahmen für Nahrung. Die Mehrheit der Respondenten (41%) gibt 50- 74% ihrer Einnahmen für Nahrung aus. 16% der Bevölkerung gibt sogar 75% und mehr für die Nahrungsmittel aus. Diese Aufteilung der Bevölkerung änderte sich im Verlauf der letzten 3 Jahre kaum. Moskauer und Petersburger geben im Landesdurchschnitt prozentuell weniger Geld aus ihren Familienbudgets für die Nahrungsmittel aus als der Rest des Landes.
Im Vergleich zum letzten Jahr stieg die Zahl (von 34% auf 40%) der Respondenten, die sich wegen den Preiserhöhungen bei den Nahrungsmitteln zwar gezwungen sehen mehr Geld aus ihrem Budget für die Nahrung auszugeben, sich jedoch in ihrem Konsum- und Ernährungsverhalten nicht einschränken werden. Genau wie vor einem Jahr sagten nur 9- 11% der Befragten, dass Preiserhöhungen für Lebensmittel nicht essentiell auf ihr Familienbudget auswirkt und nur für 1-2% der Befragten spielen die Preiserhöhungen keine Rolle.
Den größten Schlag auf ihr Familienbudget wird von minderbemittelten Familien registriert. 69% dieser Familien sehen sich gezwungen ihre Ernährungsration zu ändern
Diese Initiative gesamtrussische Umfrage wurde am 17- 18 Mai 2008 vom Gesamtrussischen Zentrum für Meinungsforschung WCIOM unter 1600 Menschen aus 153 Ortschaften in 46 Landkreisen und Republiken Russlands durchgeführt. Statistische Abweichungen übersteigen keine 3,4%.
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Bei der Ausarbeitung dieses Artikels griff ich auf die Umfrage des WCIOM zurück, die am 20. Juni 2008 publiziert wurde.
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