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	<title>Kommentare zu: Ukraine: Patriarch Bartholomeus sprach sich gegen die Teilung der ukrainischen Kirchen aus</title>
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	<description>Aktuelle Nachrichten und Analysen zu den Themen aus Russland und der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten</description>
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		<title>Von: Paul Becker</title>
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		<dc:creator>Paul Becker</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 04 Aug 2008 14:20:21 +0000</pubDate>
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		<description>Sehr geehrter Protodiakon Nikolai,
ich danke Ihnen erstmal für Ihren umfangreichen Kommentar und die Geschichtsstunde. Wenn wir schon Mal beei der Geschichte angelangt sind möchte ich auch einiges loswerden.
Sie schreiben:
Während nach dem durch die Mongoleneinfälle bewirkten Zerfall der Kyiver Rus das Moskauer Fürstentum erstarkte und sich die übrigen Fürstentümer im osten und Norden unterordnete, entwickelte sich sich im Westen u.a. das Königreich Halytsch (Galizien), deren Landesteile dann von den stärkeren Nachbarn Polen und Ungarn beherrscht wurden. Andere gebiete der heutigen Ukraine und Weissrusslands gehörten zum Grossfürstentum Litauen und gingen mit ihm in die Personalunion mit Polen. -Während im Grossfürstentum Moskau die Orthodoxe Kirche den Status eines Autokephalen Patriarchates erlangte uns sich zu einer völlig vom Zaren abhängigen Staatskirche entwickelte, bildete die Metropolie von Kyiv mit allen von ihr abhängigen Diözesen von Beginn an eine autonome Kirche des Ökumenischen Patriarchates von Konstantinopel und musste sich stets der Unionsversuche der polnischen, ungarischen und habsburgischen katholischen Landesherren erwehren
http://de.wikipedia.org/wiki/Halytsch-Wolhynien Das Königreich Halytsch (Galizien) spielte wenn überhaupt nur bis ins XVI. Jahrhundert eine Rolle (im Sinne der orthodoxen Kirche), nämlich bis seiner Union mit der Krone Polens 1569.
Und die Entstehung eines Autokephalen Patriarchates in Moskau ging mit dem Niedergang Konstantinopels einher http://de.wikipedia.org/wiki/Drittes_Rom Drittes Rom, welches seit seiner Eroberung 1453 durch den Sultan Mehmed II. kaum eine entscheidende Rolle in den Belangen der orthodoxen Kirche mehr gespielt hat. Das Machtzentrum verlagerte sich von Konstantinopel (der jetzt Istambul hieß) nach Moskau. Und im Zuge der russischen Eroberungen der nächsten Jahrhunderte wurden die orthodoxen Christen aus den Fängen ihrer katholischen Herren befreit. Was die Beziehung zwischen der russische- orthodoxen Kirche und dem russischen Zaren angeht, so wurde diese doch http://www.wissen.de/wde/generator/wissen/ressorts/reisen/index,page=1071242.html  den byzantinischen Verhältnissen abgeschaut und war zu dem damaligen Zeitpunkt nichts ungewöhnliches. (türkischer Sultan war gleichzeitig auch der geisliche Oberhaupt aller Muslime, die im osmanischen Reich lebten).  
Es mag sein, dass die Kiewer Diözese Konstantinopel direkt unterstand, doch war das nicht ein Zeichen der Schwäche, dass die Hauptstadt eines einst so stolzen Reiches nicht einmal ein eingenständiges Patriarchat besitzen durfte? Wenn Sie mich fragen, dann war die Gründung Moskauer Patriarchats eine Art Rettung für die orthodoxe Kirche, die ihren Bezugspunkt in Konstantinopel verloren hat und hat somit die Zesplitterung des orthodoxen Glauben in viele kleine und schwache Richtungen verhindert. 
Ob die Unterordnung der ukrainischen Diözesen unter die Moskauer Kirche erzwungen war können wir heute nicht mit Sicherheit sagen, es spielten viel zu viele Faktoren eine Rolle. 

Interessanterweise spielte immer nur der westliche Teil der Ukraine (so wie das heute noch der Fall ist) Sezessions- oder Unabhängigkeitsbewegungen (wie man es nennen will) eine Rolle, der Osten der Ukraine war schon immer Russlandtreu (ob das durch die längere gemeinsame Geschichte und geographische Nähe hervorgerufen ist?). Doch die geographische Nähe und die lange gemeinsame Geschichte Mit Polen störten die ukrainischen Nationalisten (spätere Nachfolger Hetmans Petluras) unter der Führung Petljuras nicht bei ihren Massakern an polnischer Bevölkerung 1942- 44, die 100 000 ethnischen Polen das Leben gekostet hat. (Nachzulesen hier http://www.ua-reporter.com/novosti/28601/ hier http://ukrstor.com/ukrstor/bezprava-kniga1-4.2.html und hier http://vlasti.net/news/17712 
Sie schreiben weiterhin:
Moskau mag sich im weitgehend russifizierten Osten und unter ethnischen Russen noch behaupten und dort auch den Grossteil der Kirchengebäude besitzen, aber die Mehrheit der Gläubigen in der Ukraine vertritt es nicht mehr. -Nachdem das Moskauer Patriarchat sich wieder zu einer vom Staat gelenkten Staatskirche Russlands entwickelt, lehnen die Ukrainer in ihrer Mehrheit offensichtlich eine Unterordnung unter die russische Kirche ab. 
Geben jedoch keinerlei verlässliche Angaben, die diese Aussage in irgendeiner Form untermauern würden (representative Umfrage oder ähniches). Also muss ich an dieser Stelle davon ausgehen, dass es sich bei dieser Aussage um ihre subjektive Einschätzung der Situation geht. Denn der Osten der Ukraine, die Halbinsel Krim und die ethnischen Russen, die in den übrigen Teilen der Ukraine leben, bilden eine beachtliche Einwohnerzahl...
Sie sagen auch:
In jedem Souveränem Staat bildete sich eine orthodoxe Landeskirche, die sich selbst verwaltete und ihre Oberhäupter und Bischöfe selbst wählte. -Kleinste Kirche wie z.B. die der Tschechoslowakei, Albaniens, Polens, Finnlands besiten die kirchliche Selbständigkeit. Die ungleich grössere Ukrainische Kirche jedoch möchte Moskau in Abhängigkeit halten aus Angst, an Bedeutung zu verlieren
nur genau das ist das politische Dilemma, was ich versucht habe aufzuzeigen. Die Teilung der Kirche würde die politische Teilung der Ukraine in Ost und West nur noch verstärken. Der Wunsch Juschtschenkos, die Bildung einer nationalen Kirche zu segnen ist nur der weitere Kapitel in dem Westen/ USA - Ukraine - Russland Machtspielchen.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Sehr geehrter Protodiakon Nikolai,<br />
ich danke Ihnen erstmal für Ihren umfangreichen Kommentar und die Geschichtsstunde. Wenn wir schon Mal beei der Geschichte angelangt sind möchte ich auch einiges loswerden.<br />
Sie schreiben:<br />
Während nach dem durch die Mongoleneinfälle bewirkten Zerfall der Kyiver Rus das Moskauer Fürstentum erstarkte und sich die übrigen Fürstentümer im osten und Norden unterordnete, entwickelte sich sich im Westen u.a. das Königreich Halytsch (Galizien), deren Landesteile dann von den stärkeren Nachbarn Polen und Ungarn beherrscht wurden. Andere gebiete der heutigen Ukraine und Weissrusslands gehörten zum Grossfürstentum Litauen und gingen mit ihm in die Personalunion mit Polen. -Während im Grossfürstentum Moskau die Orthodoxe Kirche den Status eines Autokephalen Patriarchates erlangte uns sich zu einer völlig vom Zaren abhängigen Staatskirche entwickelte, bildete die Metropolie von Kyiv mit allen von ihr abhängigen Diözesen von Beginn an eine autonome Kirche des Ökumenischen Patriarchates von Konstantinopel und musste sich stets der Unionsversuche der polnischen, ungarischen und habsburgischen katholischen Landesherren erwehren<br />
<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Halytsch-Wolhynien" rel="nofollow">http://de.wikipedia.org/wiki/Halytsch-Wolhynien</a> Das Königreich Halytsch (Galizien) spielte wenn überhaupt nur bis ins XVI. Jahrhundert eine Rolle (im Sinne der orthodoxen Kirche), nämlich bis seiner Union mit der Krone Polens 1569.<br />
Und die Entstehung eines Autokephalen Patriarchates in Moskau ging mit dem Niedergang Konstantinopels einher <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Drittes_Rom" rel="nofollow">http://de.wikipedia.org/wiki/Drittes_Rom</a> Drittes Rom, welches seit seiner Eroberung 1453 durch den Sultan Mehmed II. kaum eine entscheidende Rolle in den Belangen der orthodoxen Kirche mehr gespielt hat. Das Machtzentrum verlagerte sich von Konstantinopel (der jetzt Istambul hieß) nach Moskau. Und im Zuge der russischen Eroberungen der nächsten Jahrhunderte wurden die orthodoxen Christen aus den Fängen ihrer katholischen Herren befreit. Was die Beziehung zwischen der russische- orthodoxen Kirche und dem russischen Zaren angeht, so wurde diese doch <a href="http://www.wissen.de/wde/generator/wissen/ressorts/reisen/index,page=1071242.html" rel="nofollow">http://www.wissen.de/wde/generator/wissen/ressorts/reisen/index,page=1071242.html</a>  den byzantinischen Verhältnissen abgeschaut und war zu dem damaligen Zeitpunkt nichts ungewöhnliches. (türkischer Sultan war gleichzeitig auch der geisliche Oberhaupt aller Muslime, die im osmanischen Reich lebten).<br />
Es mag sein, dass die Kiewer Diözese Konstantinopel direkt unterstand, doch war das nicht ein Zeichen der Schwäche, dass die Hauptstadt eines einst so stolzen Reiches nicht einmal ein eingenständiges Patriarchat besitzen durfte? Wenn Sie mich fragen, dann war die Gründung Moskauer Patriarchats eine Art Rettung für die orthodoxe Kirche, die ihren Bezugspunkt in Konstantinopel verloren hat und hat somit die Zesplitterung des orthodoxen Glauben in viele kleine und schwache Richtungen verhindert.<br />
Ob die Unterordnung der ukrainischen Diözesen unter die Moskauer Kirche erzwungen war können wir heute nicht mit Sicherheit sagen, es spielten viel zu viele Faktoren eine Rolle. </p>
<p>Interessanterweise spielte immer nur der westliche Teil der Ukraine (so wie das heute noch der Fall ist) Sezessions- oder Unabhängigkeitsbewegungen (wie man es nennen will) eine Rolle, der Osten der Ukraine war schon immer Russlandtreu (ob das durch die längere gemeinsame Geschichte und geographische Nähe hervorgerufen ist?). Doch die geographische Nähe und die lange gemeinsame Geschichte Mit Polen störten die ukrainischen Nationalisten (spätere Nachfolger Hetmans Petluras) unter der Führung Petljuras nicht bei ihren Massakern an polnischer Bevölkerung 1942- 44, die 100 000 ethnischen Polen das Leben gekostet hat. (Nachzulesen hier <a href="http://www.ua-reporter.com/novosti/28601/" rel="nofollow">http://www.ua-reporter.com/novosti/28601/</a> hier <a href="http://ukrstor.com/ukrstor/bezprava-kniga1-4.2.html" rel="nofollow">http://ukrstor.com/ukrstor/bezprava-kniga1-4.2.html</a> und hier <a href="http://vlasti.net/news/17712" rel="nofollow">http://vlasti.net/news/17712</a><br />
Sie schreiben weiterhin:<br />
Moskau mag sich im weitgehend russifizierten Osten und unter ethnischen Russen noch behaupten und dort auch den Grossteil der Kirchengebäude besitzen, aber die Mehrheit der Gläubigen in der Ukraine vertritt es nicht mehr. -Nachdem das Moskauer Patriarchat sich wieder zu einer vom Staat gelenkten Staatskirche Russlands entwickelt, lehnen die Ukrainer in ihrer Mehrheit offensichtlich eine Unterordnung unter die russische Kirche ab.<br />
Geben jedoch keinerlei verlässliche Angaben, die diese Aussage in irgendeiner Form untermauern würden (representative Umfrage oder ähniches). Also muss ich an dieser Stelle davon ausgehen, dass es sich bei dieser Aussage um ihre subjektive Einschätzung der Situation geht. Denn der Osten der Ukraine, die Halbinsel Krim und die ethnischen Russen, die in den übrigen Teilen der Ukraine leben, bilden eine beachtliche Einwohnerzahl&#8230;<br />
Sie sagen auch:<br />
In jedem Souveränem Staat bildete sich eine orthodoxe Landeskirche, die sich selbst verwaltete und ihre Oberhäupter und Bischöfe selbst wählte. -Kleinste Kirche wie z.B. die der Tschechoslowakei, Albaniens, Polens, Finnlands besiten die kirchliche Selbständigkeit. Die ungleich grössere Ukrainische Kirche jedoch möchte Moskau in Abhängigkeit halten aus Angst, an Bedeutung zu verlieren<br />
nur genau das ist das politische Dilemma, was ich versucht habe aufzuzeigen. Die Teilung der Kirche würde die politische Teilung der Ukraine in Ost und West nur noch verstärken. Der Wunsch Juschtschenkos, die Bildung einer nationalen Kirche zu segnen ist nur der weitere Kapitel in dem Westen/ USA &#8211; Ukraine &#8211; Russland Machtspielchen.</p>
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	<item>
		<title>Von: Protodiakon Nikolai wiese</title>
		<link>http://www.gusnews.net/2008/08/01/ukraine-patriarch-bartholomeus-sprach-sich-gegen-die-teilung-der-ukrainischen-kirchen-aus/comment-page-1/#comment-1661</link>
		<dc:creator>Protodiakon Nikolai wiese</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 02 Aug 2008 09:06:48 +0000</pubDate>
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		<description>Sehr geehrter Herr Becker,
um die sehr komplexe kirchliche Situation in der Ukraine zu verstehen, muss man in die Geschichte des Landes und seiner orthodoxen Kirche zurückblicken.
Während  nach dem durch die Mongoleneinfälle bewirkten Zerfall der Kyiver Rus das Moskauer Fürstentum erstarkte und sich die übrigen Fürstentümer im osten und Norden unterordnete, entwickelte sich sich im Westen u.a. das Königreich Halytsch (Galizien), deren Landesteile  dann von den stärkeren Nachbarn Polen und Ungarn beherrscht wurden. Andere gebiete der heutigen Ukraine und Weissrusslands gehörten zum Grossfürstentum Litauen und gingen mit ihm in die Personalunion mit Polen. -Während im Grossfürstentum Moskau die Orthodoxe Kirche den Status eines Autokephalen Patriarchates erlangte uns sich zu einer völlig vom Zaren abhängigen  Staatskirche entwickelte, bildete  die Metropolie von Kyiv mit allen von ihr abhängigen Diözesen von Beginn an eine autonome Kirche des Ökumenischen Patriarchates von Konstantinopel und musste sich stets der Unionsversuche der polnischen, ungarischen und habsburgischen katholischen Landesherren erwehren. -Beide Teile der Kyiver rus nahmen somit eine sehr unterschiedliche Entwicklung, auch sprachlich und kulturell. -Als dann Russland seit Peter dem Grossen begann sich nach westen auszudehnen und die ukrainischen länder zu annektieren, errreichte er auch gegen den willen von Volk, Klerus und Episkopat die kirchliche  Eingliederung  der Metropolie von Kyiv in die russische Staatskirche, die seither die Ukraine und weissrussland als ihr &quot;Kanonisches Territorium&quot; ansieht. -Die Legitimität dieser erzwungenen Unterordnung der ukrainischen Diözesen unter die Moskauer Kirche blieb stets fragwürdig und wurde von der Mutterkirche Konstantinopel nie anerkannt. -Dies wurde ausdrücklich 1924 im Tomos der Autokephalieerklärung der Polnischen orthodoxen Kirche, des westlichsten Teiles der alten Kyiver Rus` bekräftigt. -
In dem 1918 kurzzeitig nach der Revolution gebildeten Ukrainischen Staat wurde sogleich wieder die Unabhängigkeit der Ukrainischen Kirche proklamiert. -Der damals erstmalig wiederauferstandenen Ukrainischen Autokephalen Orthodoxen kirche war nur eine kurze Zeit beschieden, bis sie von den siegreichen Kommunisten wieder zerschlagen wurde. nur einer der bischöfe konnte in  die USA gelangen, wo er die ukrainische Emigration organisierte. - Während des 2. weltkrieges wurde dann unter der deutschen Besatzung von dem Oberhaupt der  Polnischen Orth. Kirche die Bischöfliche Hierarchie der Ukrainischen orth. Kirche wieder hergestellt. -Diesmal gelang es fast allen Bischöfen der Ukraine und Weissrusslands zusammen mit Abertausenden ihrer Kleriker und Gläubigen in die Länder der westlichen Welt auszuwandern und dort starke ukrainische Emigrationskirchen aufzubauen, die seit einigen Jahren  fast alle dem Patriarchen von Konstantinopel unterstehen.
Nach dem Zerfall der Sowjet-Union und der erneuten und nunmehr dritten Wiederauferstehung eines souveränen ukrainischen Staates kehrte 1990 aus den USA der greise Metropolit Mstyslav (Neffe des Hetmans Petlura) wieder in seine heimat zurück und wurde zum 1. Patriarchen von Kyiv und der Ganzen Rus`Ukraine gewählt und proklamiert. -Leider trennte sich unter seinen Nachfolgern die ukrainische Kirche in zwei voneinander unabhängige Jurisdiktionen, die Ukrainische Autokephale Orthodoxe Kirche und das Patriarchat Kyiv. Aussserdem entstand die seinerzeit zwangsweise in das Moskauer Patriarchat eingegliederte Ukrainische Griech.-Kath. Kirche wieder neu.  -Die Teilung der Ukrainischen Kirche in somit vier grosse Teilkirchen ist damit vollzoge. Moskau mag sich im weitgehend russifizierten Osten und unter ethnischen Russen noch behaupten und dort auch den Grossteil der Kirchengebäude besitzen, aber die Mehrheit der Gläubigen in der Ukraine vertritt es nicht mehr. -Nachdem das Moskauer Patriarchat sich wieder zu einer vom Staat gelenkten Staatskirche Russlands entwickelt, lehnen die Ukrainer in ihrer Mehrheit offensichtlich eine Unterordnung unter die russische Kirche ab. 
Schon seit dem Untergang des römischen Reiches und weiter nach dem Zerfall des osmanischen Reiches wurde den in der Folgezeit aus der oströmischen reichskirche  hervorgehenden Nationalstaaten, den Serben, Bulgaren, Rumänen, Griechen etc.,  die kirchliche Selbständigkeit zugestanden. In jedem Souveränem Staat bildete sich eine orthodoxe Landeskirche, die sich selbst verwaltete und ihre Oberhäupter und Bischöfe selbst wählte. -Kleinste Kirche wie z.B. die der Tschechoslowakei, Albaniens, Polens, Finnlands besiten die kirchliche Selbständigkeit. Die ungleich grössere Ukrainische Kirche jedoch möchte Moskau in Abhängigkeit halten aus Angst, an Bedeutung zu verlieren
und aufgrund des Wunsche des russischen Staates, Einfluss in der Ukraine zu behalten. -Früher oder später wird die Mutterkirche von Konstantinopel die realitäten anerkennen und der Ukrainischen Orthodoxen Kirche die Autokephalie gewähren, auch wenn sie sich derzeitig noch nicht stark genug für die Konfrontation mit Russland fühlte.

Protodiakon Nikolai, Köln
Exarchat von Westeuropa
der Ukrainischen Autokephalen Orth. Kirche</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Sehr geehrter Herr Becker,<br />
um die sehr komplexe kirchliche Situation in der Ukraine zu verstehen, muss man in die Geschichte des Landes und seiner orthodoxen Kirche zurückblicken.<br />
Während  nach dem durch die Mongoleneinfälle bewirkten Zerfall der Kyiver Rus das Moskauer Fürstentum erstarkte und sich die übrigen Fürstentümer im osten und Norden unterordnete, entwickelte sich sich im Westen u.a. das Königreich Halytsch (Galizien), deren Landesteile  dann von den stärkeren Nachbarn Polen und Ungarn beherrscht wurden. Andere gebiete der heutigen Ukraine und Weissrusslands gehörten zum Grossfürstentum Litauen und gingen mit ihm in die Personalunion mit Polen. -Während im Grossfürstentum Moskau die Orthodoxe Kirche den Status eines Autokephalen Patriarchates erlangte uns sich zu einer völlig vom Zaren abhängigen  Staatskirche entwickelte, bildete  die Metropolie von Kyiv mit allen von ihr abhängigen Diözesen von Beginn an eine autonome Kirche des Ökumenischen Patriarchates von Konstantinopel und musste sich stets der Unionsversuche der polnischen, ungarischen und habsburgischen katholischen Landesherren erwehren. -Beide Teile der Kyiver rus nahmen somit eine sehr unterschiedliche Entwicklung, auch sprachlich und kulturell. -Als dann Russland seit Peter dem Grossen begann sich nach westen auszudehnen und die ukrainischen länder zu annektieren, errreichte er auch gegen den willen von Volk, Klerus und Episkopat die kirchliche  Eingliederung  der Metropolie von Kyiv in die russische Staatskirche, die seither die Ukraine und weissrussland als ihr &#8220;Kanonisches Territorium&#8221; ansieht. -Die Legitimität dieser erzwungenen Unterordnung der ukrainischen Diözesen unter die Moskauer Kirche blieb stets fragwürdig und wurde von der Mutterkirche Konstantinopel nie anerkannt. -Dies wurde ausdrücklich 1924 im Tomos der Autokephalieerklärung der Polnischen orthodoxen Kirche, des westlichsten Teiles der alten Kyiver Rus` bekräftigt. -<br />
In dem 1918 kurzzeitig nach der Revolution gebildeten Ukrainischen Staat wurde sogleich wieder die Unabhängigkeit der Ukrainischen Kirche proklamiert. -Der damals erstmalig wiederauferstandenen Ukrainischen Autokephalen Orthodoxen kirche war nur eine kurze Zeit beschieden, bis sie von den siegreichen Kommunisten wieder zerschlagen wurde. nur einer der bischöfe konnte in  die USA gelangen, wo er die ukrainische Emigration organisierte. &#8211; Während des 2. weltkrieges wurde dann unter der deutschen Besatzung von dem Oberhaupt der  Polnischen Orth. Kirche die Bischöfliche Hierarchie der Ukrainischen orth. Kirche wieder hergestellt. -Diesmal gelang es fast allen Bischöfen der Ukraine und Weissrusslands zusammen mit Abertausenden ihrer Kleriker und Gläubigen in die Länder der westlichen Welt auszuwandern und dort starke ukrainische Emigrationskirchen aufzubauen, die seit einigen Jahren  fast alle dem Patriarchen von Konstantinopel unterstehen.<br />
Nach dem Zerfall der Sowjet-Union und der erneuten und nunmehr dritten Wiederauferstehung eines souveränen ukrainischen Staates kehrte 1990 aus den USA der greise Metropolit Mstyslav (Neffe des Hetmans Petlura) wieder in seine heimat zurück und wurde zum 1. Patriarchen von Kyiv und der Ganzen Rus`Ukraine gewählt und proklamiert. -Leider trennte sich unter seinen Nachfolgern die ukrainische Kirche in zwei voneinander unabhängige Jurisdiktionen, die Ukrainische Autokephale Orthodoxe Kirche und das Patriarchat Kyiv. Aussserdem entstand die seinerzeit zwangsweise in das Moskauer Patriarchat eingegliederte Ukrainische Griech.-Kath. Kirche wieder neu.  -Die Teilung der Ukrainischen Kirche in somit vier grosse Teilkirchen ist damit vollzoge. Moskau mag sich im weitgehend russifizierten Osten und unter ethnischen Russen noch behaupten und dort auch den Grossteil der Kirchengebäude besitzen, aber die Mehrheit der Gläubigen in der Ukraine vertritt es nicht mehr. -Nachdem das Moskauer Patriarchat sich wieder zu einer vom Staat gelenkten Staatskirche Russlands entwickelt, lehnen die Ukrainer in ihrer Mehrheit offensichtlich eine Unterordnung unter die russische Kirche ab.<br />
Schon seit dem Untergang des römischen Reiches und weiter nach dem Zerfall des osmanischen Reiches wurde den in der Folgezeit aus der oströmischen reichskirche  hervorgehenden Nationalstaaten, den Serben, Bulgaren, Rumänen, Griechen etc.,  die kirchliche Selbständigkeit zugestanden. In jedem Souveränem Staat bildete sich eine orthodoxe Landeskirche, die sich selbst verwaltete und ihre Oberhäupter und Bischöfe selbst wählte. -Kleinste Kirche wie z.B. die der Tschechoslowakei, Albaniens, Polens, Finnlands besiten die kirchliche Selbständigkeit. Die ungleich grössere Ukrainische Kirche jedoch möchte Moskau in Abhängigkeit halten aus Angst, an Bedeutung zu verlieren<br />
und aufgrund des Wunsche des russischen Staates, Einfluss in der Ukraine zu behalten. -Früher oder später wird die Mutterkirche von Konstantinopel die realitäten anerkennen und der Ukrainischen Orthodoxen Kirche die Autokephalie gewähren, auch wenn sie sich derzeitig noch nicht stark genug für die Konfrontation mit Russland fühlte.</p>
<p>Protodiakon Nikolai, Köln<br />
Exarchat von Westeuropa<br />
der Ukrainischen Autokephalen Orth. Kirche</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Global Voices Online &#187; Ukraine: Patriarch Appeals Against the Division of the Church</title>
		<link>http://www.gusnews.net/2008/08/01/ukraine-patriarch-bartholomeus-sprach-sich-gegen-die-teilung-der-ukrainischen-kirchen-aus/comment-page-1/#comment-1651</link>
		<dc:creator>Global Voices Online &#187; Ukraine: Patriarch Appeals Against the Division of the Church</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 01 Aug 2008 20:52:56 +0000</pubDate>
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		<description>[...] comments on (GER) the appeal of the Constantinople Patriarch Bartholomeus against the division of the Ukrainian [...]</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>[...] comments on (GER) the appeal of the Constantinople Patriarch Bartholomeus against the division of the Ukrainian [...]</p>
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