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Die Bürgerrechtsorganisation Human Rights Watch erklärte gestern, Georgien gab die Nutzung der Streubomben im Verlauf der Militäroperation in Südossetien zu. Wie die Associated Press mitteilt, gab das georgische Verteidigungsministerium in einem Brief an die Bürgerrechtsorganisation zu, Streubomben im Raum des Roki Tunnels, der Nord- mit Südossetien miteinander verbindet, eingesetzt zu haben.

Bildquelle: bbc.co.uk

Die gleichen Streubomben des Typs M85, die im Areal des Roki Tunnels eingesetzt waren, nutzte auch Israel während des bewaffneten Konflikts mit der Hisbollah in 2006, teilte die Presseagentur mit.

Früher beschuldigte die Human Rights Watch Russland in Benutzung dieser Bomben im Konflikt um Südossetien. Diese Beschuldigungen wurden jedoch von dem russischen Generalstab widerlegt.

Im Mai 2008 unterschrieben 107 Länder die Konvention über den Herstellungs- und Nutzungsverbot von Streubomben. Die wichtigsten Waffenproduzenten der Welt sind allerdings nicht an Board wie man auf dieser Grafik sehen kann:

Bildquelle: stopclustermunitions.org

Gegenwärtig ist die Streumunition eine der am meisten eingesetzten Luftabwurfwaffen und verdrängte damit die zuvor bei Massenabwürfen übliche Splitterbombe oder den großflächigen Einsatz von Napalm.

Der Einsatz von Streumunition findet vor allem gegen weiche Ziele (ungepanzerte Fahrzeuge, Infanterie, Luftabwehr-Systeme, Artillerie-Stellungen) oder Infrastruktur, wie Straßen, Landebahnen, Felder, statt. Da die Waffe durch die vielen „Minibomben“ keinen eigentlichen Explosionsmittelpunkt besitzt, können die Bomblets auch hinter Deckungen oder in Schützengräben gelangen. Durch den sehr großen räumlichen Wirkungsradius erhöht sich die Effizienz der Waffe gegen großflächige Ziele, oder die Wahrscheinlichkeit kleine, bewegliche Ziele im angegriffenen Bereich zu treffen. Streumunition ist damit, rein militärisch betrachtet, eine der wirksamsten konventionellen Waffen, die aus der Distanz gegen Bodenziele eingesetzt werden können. Ihre Wirkungsweise enthält immer das Inkaufnehmen umfassender Kollateralschäden im Zielgebiet.

[...]

Der Einsatz von Streumunition, insbesondere der Antipersonenvarianten, wird aus humanitären Gründen stark kritisiert, vor allem wegen der langzeitigen Bedrohung der Zivilbevölkerung durch die unkontrollierte Verteilung von Blindgängern im Zielgebiet.

Zwischen 5 und 30 % der Bomblets explodieren nicht beim Aufschlag, sondern bleiben als Blindgänger liegen und stellen, ähnlich wie Landminen, viele Jahre lang eine Gefährdung für die betroffene Zivilbevölkerung dar. Betroffen sind sehr oft Kinder, die die Bomblets wegen ihrer Form und leuchtenden Farbe für Spielzeug halten. Im Vergleich zu Landminen und Antipersonenminen ist bei Unfällen mit den Blindgängern solcher Bomblets besonders häufig eine Mehrzahl von Personen betroffen und eine im Durchschnitt höhere Todesrate festzustellen. Im Kosovo (1999), Afghanistan (2001–2002) und im Irak (2003) wurden zusammengenommen fast eine Million Streubomben eingesetzt, zu denen eine hohe, noch nicht abschließend ermittelte Anzahl im Libanon (2006) hinzukommt.

[...]

Quelle: wikipedia

Ich möchte Ihnen zum Schluss ein YouTube Video über den Streubombenabwurf und seine verheerende Wirkung zeigen:

Paul Becker für GUS- News

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4 Antworten auf “Georgien gab zu Streubomben eingesetzt zu haben”

  • ali 3September2008

    Sollte wohl heissen “zurückgewiesen”. HRW als Quelle zu benutzen um den Georgischen Einsatz von Streubomben zu belegen aber zu ignorieren, dass diese Russland ebenso beschuldigen, ist wohl etwas einseitig.

    Ich kann mir auch keine Beweise vorstellen, die belegen, dass solche Waffen von einer Partei nicht eingesetzt wurden. Es würde mich auch sehr erstaunen, da es in den letzten Jahren kaum eine grössere militärische Konfrontation gegeben haben dürfte, in der keine Streubomben eingesetzt wurden. Sie sind nur seit kurzem ein Thema.

    Es geht mir nicht um eine Rechtfertigung des Einsatzes solcher Waffen im Allgemeinen oder für Georgien im Speziellen. Aber so einfach soll sich Russland nicht einen Heiligenschein aufsetzen können.

  • Paul Becker 3September2008

    Wenn Sie den Artikel sorgfältiger lesen würden, dann hätten Sie gemerkt, dass ich die Beschuldigungen der Human Rights Watch bezüglich des russischen Einsatzes von Streubomben nicht ausgelassen habe.

    Der russische Generalstab widerlegte jedoch die Beschuldigungen der Human Rights Watch bezüglich ihres Einsatzes von Streubomben. Wenn es von den unabhängigen Beobachtern nachgewiesen wird, dass russische Luftwaffe, oder Artillerie solche Geschosse bei der Bombardierung eingesetzt hat, werden Sie das hier als erstes lesen lieber Ali. Bis dahin möchte ich mich auf keine Spekulationen einlassen. Im georgischen Fall dagegen ist der Fall ganz klar. Das Verteidigungsministerium hat es offiziell zugegeben, diese Geschosse gegen die russische Militärkolonne.

    Ob das ein Verzweiflungsakt georgischer Militärs war angesichts russischen Einmarsches in Südossetien, oder kontrollierter Angriff interessiert mich an dieser Stelle herzlich wenig. Was mich persönlich zutiefst ärgert ist überhaupt der Einsatz solcher Waffen, die nicht nur im ersten Moment den Tod bringen, sondern vor Allem die Gegend verminen und noch Monate, vielleicht sogar Jahre nach dem Angriff unschuldige Leben gefährden.

    Und zum Schluss wollte ich noch folgendes sagen: ich weiß nicht wo Sie das in dem Artikel herauslesen konnten, dass ich Russland einen Heiligenschein aufzusetzen versuchen, ich kann Ihnen versichern, dass dem nicht so ist. Es gibt keine Gewinner in diesem Konflikt und schon gar nicht Unschuldige (abgesehen von der Zivilbevölkerung).

  • ali 4September2008

    Mein blockquote tag hat irgendwie nicht funktioniert und das Zitat wurde geschluckt. Ich bezog mich nur auf diese Aussage die ich anfangs Post zitierte: “Diese Beschuldigungen wurden jedoch von dem russischen Generalstab widerlegt.” (Kursiv hinzugefügt)

    Dies Formulierung bedeutet gemäss meinem Verständnis “bewiesen” und darauf bezieht sich mein Post. Nur weil das russische Militär routinemässig etwas abstreitet (ein typischer militärischer Reflex, daher erstaunlich, dass es die Georgier zugegeben haben), heisst das noch lange nicht, dass diese einem von einer Überprüfung der Plausibilität der Aussage befreit.

    Ich halte daran fest, dass der nicht-Einsatz kaum ‘bewiesen’ werden kann und das es sehr unplausibel ist, dass solche Waffen nicht eingesetzt wurden.

    Hier noch der Versuch ein letztes Missverständnis zu klären: Ich schrieb nicht, dass Sie Russland einen Heiligenschein aufsetzen würden. Ich sagte Russland soll sich selbst nicht so einfach einen aufsetzen dürfen. Dies soll heissen, nur weil Russland den Einsatz abstreitet, sollte man dies nicht als gleich als ‘Beweis’ auslegen. Es handelte sich hier also nicht um eine direkte Kritik an Ihrem Post.

    Wie gesagt, diese Waffen werden überall auf der Welt routinemässig eingesetzt und ich halte es nicht für wahrscheinlich, dass Russland hier eine Ausnahme gemacht hat.

    Ich störte mich also nur am Wort ‘widerlegt’ und schlug vor, dieses mit ‘bestritten’ oder ‘zurückgewiesen’ zu ersetzen, weil es sonst eine schwer haltbare Aussage ist. Dies in der Annahme, das Sie bewusst diese Wertung vornehmen wollten (doch bin ich mir nach Ihrer Reaktion jetzt nicht mehr so sicher, dass dies wirklich der Fall war).

    Ich hoffe ich konnte damit mein Anliegen präzisieren.

  • Paul Becker 4September2008

    Jetzt wird mir einiges klar, was Sie mit Ihrem ersten Kommentar gemeint haben. In der Tat meinte ich mit widerlegt keinesfalls “bewiesen”, sondern “zurückgewiesen”.

    Andererseits würde Russland es nicht wagen auf dem Südossetischen Territorium Streubomben einzusetzen, sie würde damit ihre “Retter rolle” beim ossetinischen Volk verspielen, es bleibt also nur eine Möglichkeit den Beweis russischer Streubombeneinsatzes zu erbringen und zwar durch Aufnahmen zu machen und unabhängige Experten an die Schauplätze der russischen Artillerie- und Luftwaffenangriffe in Georgien zu schicken.

    Jedoch wage ich wirklich zu bezweifeln, dass es etwas gefunden wird, wenn die russischen Militärs solche Waffen eingesetzt hätten, wären wir schon längst durch die Mainstream Medien darüber informiert. Der einzige Vorwurf kam bislang nur von der Human Rights Watch.

    Aber nachdem die Kämpfe nun beendet worden sind und Russland seine Truppen aus Kerngeorgien zurückzieht werden die Journalisten es einfacher haben, sich das Bild der Zerstörung sowohl in Südossetien, als auch in Kerngeorgien machen zu können.

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