Die ukrainische Wirtschaft befindet sich seit dem Ausbruch der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise in einer sehr desolaten Situation. Mehr noch, einige Experten sagen auf den Namen des Landes anspielend, es sei “Am Rande”.

Beten ist wohl das einzige, was Wiktor Juschenko noch machen kann, denn das Land steht mit dem Rücken zur Wand. Selbst die Kredite des IWF werden das Land nicht vor massenhafter Pleitewelle und dem “Dominoeffekt” bewahren, zumal die zweite Tranche von 16,4 Mrd. $ erst einmal wegen der Gegensätze in der Budgetpolitik zurückgehalten wurde.
Ukraine übernahm die weltweit “führende Rolle” im Produktionseinbruch, Inflationswachstum, Entwertung der nationalen Währung und dem Einbruch des Aktienindex.
Industrieproduktion brach im Dezember letzten Jahres um 26,6% ein. Die Exporterlöse fielen noch magerer aus, denn der Preis für den Stahl, den wichtigsten Exportartikel des Landes, ist seit Sommer 2008 um mehr als 2 Mal gefallen.
Der Kursverfall der ukrainischen Griwna übertraf manchmal sogar den, des russischen Rubels.
Und obwohl der Schritt von Julia Timoschenko, Russland um ein Kredit zu bitten, in nationalistischen Kreisen oft als Verrat angesehen wird, verschaffte sie damit dem Land eine Atempause. Denn was die Experten sagen ist alles Andere als erfreulich:
“Die Finanzmarktdaten deuten auf die Insuffizienz Schulden zu begleichen” – sagte ein Finanzexperte gegenüber der der französischen La Francaise DES.
“Unsere Prognose spiegelt die Möglichkeit einer weiteren Verschlechterung der Finanzkennziffer der Banken” – steht in dem letzten Bericht der Raitingagentur Moody´s
Ukrainische Banken leiden unter einer Reihe Probleme, darunter Verknappung der Mittelzuflüsse, Verlust des Vertrauens seitens der Anleger, Verfall der Nationalwährung, Verschlechterung der makroökonomischen Situation und politische Instabilität im Land.
Ein weiteres Problem wird für das Land die neue Berechnungsmethode für das russische Erdgas darstellen, die nun an die europäischen Preise angeglichen wurde. Bei rund 280$ für Tausend Kubikmeter Gas wären das im Jahr ca. 15,1 Mrd. $. Ob das Land es sich leisten kann in dieser desolaten finanziellen Situation den russischen Erdgas zu bezahlen, wage ich zu bezweifeln.
Die leidtragende wird wie immer in solchen Situationen die Bevölkerung sein. Bereits jetzt schon zeigt repräsentative Umfrage des National Institute for strategic studies kein erfreuliches Bild auf:
70% der Ukrainer mussten demnach sich in Ihren Ausgaben einschränken und 1/3 sogar bei den Nahrungsmitteln. Jeder 6. verlor seine Arbeit, oder wurde in einen unbezahlten Urlaub geschickt. 2/3 der Befragten vertrauen nicht den Aussagen des Premierministers, die Löhne, Gehälter, Renten und soziale Transferleistungen werden rechtzeitig ausbezahlt. Auf Fähigkeiten des Premiers die Krise zu meistern vertrauen insgesamt nur 1/3 der Ukrainer. Und 80,7% glauben der Regierung nicht, wenn sie sagt, die Preise für Gas und kommunale Dienstleistungen werden nicht erhöht.










