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Ukraine: Juschtschenko erhob Bandera zum nationalen Helden

Veröffentlicht am 24 Januar 2010 von Paul Becker


Quelle: UNIAN

Nach fünf Jahren Regierung ist es für Wiktor Juschtschenko nun vorbei. Bei dem ersten Wahlgang in der Ukraine letztes Wochenende konnte der amtierende Präsident nur noch 5% der Wähler von seinem Programm überzeugen.

In einer seiner letzten Amtshandlungen verlieh der Präsident posthum dem Kopf der Organisation Ukrainischer Nationalisten (OUN) der 30er und 40er Jahren des XX. Jahrhunderts Stepan Bandera den Titel Held der Ukraine.

Stepan Andrijowytsch Bandera (* 1. Januar 1909 in Stary Uhryniw in Galizien; † 15. Oktober 1959 in München) war laut Wikipedia ein ukrainischer nationalistischer Politiker.

1934 in Polen wegen des Verdachts der Beteiligung an der Ermordung des polnischen Innenministers Bronis?aw Pieracki zum Tode verurteilt, saß er nach der Umwandlung dieser Strafe in lebenslange Haft bis 1939 im polnischen Gefängnis. Nach dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht befreiten die deutschen Trupppen ihn, da man sich erhoffte, Bandera würde die Organisation Ukrainischer Nationalisten (OUN) und die Ukrainische Aufstandsarmee (UPA) auf die Seite der Deutschen bringen.

Tatsächlich wurden bereits vor dem Krieg gegen die Sowjetunion im Generalgouvernement aus den Reihen der OUN unter deutscher Aufsicht Kampfverbände gebildet. Beim Einmarsch nach Ostgalizien tat sich dann besonders das ukrainische „Bataillon Nachtigall“ hervor, das an der Ermordung von 7.000 Kommunisten und Juden in Lemberg am 30. Juni 1941 beteiligt war. Der von Bandera am gleichen Tag ausgerufene unabhängige ukrainische Staat entsprach jedoch ganz und gar nicht der Konzeption der Nationalsozialisten und so wurde Bandera noch im Juli 1941 im sogenannten Zellenbau des Konzentrationslagers Sachsenhausen inhaftiert.

Am 25. September 1944 wurde er aus der Haft entlassen und tauchte in Deutschland unter. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges begann seine Flucht vor dem sowjetischen Geheimdienst KGB, da er in der Sowjetunion wegen seiner antisowjetischen Aktionen in Abwesenheit zum Tode verurteilt worden war.

Agenten fanden ihn an seinem Wohnort in München und töteten ihn mit einer pistolenähnlichen Waffe, die Blausäuregas versprühte. Dies geschah am 15. Oktober 1959 im Eingang seines Wohnhauses in der Kreittmayrstraße 7. Als er um 13.05 Uhr aufgefunden wurde, lebte er noch, verstarb aber wenig später; seine Leiche wurde von dem bekannten Münchner Rechtsmediziner Wolfgang Spann obduziert. Am 20. Oktober wurde er auf dem Münchener Waldfriedhof beerdigt. Als Auftraggeber wurde das KGB festgestellt.

Die Ernennung zum Helden der Ukraine wurde bereits lange Zeit von den lokalen nationalistischen Organisationen und einigen Regional- und Stadtverwaltungen der Westukraine gefordert.

Während in der Westukraine Bandera als Nationalheld und Kämpfer gegen die sowjetische und deutsche Besatzungsmacht gefeiert wird, gilt er im russophonen Osten, sowie auf der Halbinsel Krim als Terrorist, Kollaborateur und Verräter, der den mit Hitlerdeutschland kämpfenden sowjetischen Soldaten “in den Rücken fiel”.

Die Position des Westens und des Ostens der Ukraine in diesem Anliegen, zeigte noch einmal sehr deutlich, wie unterschiedlich die beiden Landesteile denken und handeln und in ein Paar Tagen mit Sicherheit wählen werden.

Paul Becker für

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