Liebe Leser der GUS- News,
gestern erschien auf der Seite der russischen Presseagentur Ria Novosti folgender Artikel:
Russlands BIP wird 2010 um vier Prozent wachsen – Finanzminister Kudrin
Russlands BIP wird in diesem Jahr um rund vier Prozent wachsen. Das teilte Russlands Vizepremier und Finanzminister Alexej Kudrin am Sonntag russischen Journalisten in Washington mit.
“Dieses Jahr wird für Russlands Wirtschaft besser sein als bisher angenommen”, stellte er fest. “Wir haben ein Wachstum von 3,3 Prozent prognostiziert, es wird aber bei rund vier Prozent liegen. Wir arbeiten an einer Prognose für dieses Jahr, die in den nächsten Tagen abgeschlossen wird.”
Letzte Woche hatte auch der Internationale Währungsfonds seine Prognose für das Wachstum der russischen Wirtschaft von 3,6 auf 4,0 Prozent nachgebessert. Russlands Vizewirtschaftsminister Andrej Klepatsch teilte Mitte März mit, dass sein Ministerium ein BIP-Wachstum von vier bis 4,5 Prozent nicht ausschließt.
Diese Prognose ist sehr spannend, denn 2009 schrumpfte das russische BIP den Angaben des Internationalen Währungsfonds nach, noch um rund 7,9%. Die Gründe für dieses Schrumpfen im Jahr 2009 und die positiven Aussichten für das Jahr 2010 liegen in den Preisveränderungen auf den internationalen Rohstoffmärkten.
Nachfolgend erhalten Sie einen Überblick über die Preisentwicklung von drei Grundstoffen (Erdöl, Aluminium und Nickel) – alles Produkte, welche die Russische Föderation ausführt.
Erdölpreisentwicklung in den letzten 5 jahren (entnommen am 28. April 2010)
Aluminiumpreise in den letzten 5 Jahren (entnommen am 28. April 2010)
Nickelpreise in den letzten 5 Jahren (entnommen am 28. April 2010)
Nach einem massiven Einbruch der Grundstoffpreise im August 2008, kurz nach dem Ausbruch der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise, erholten sie sich 2009 zusehends. Wenn dabei bedenkt wird, dass noch im Jahr 2007 rund 80,8% aller russischen Ausfuhren auf Mineralprodukte (Erdgas, Erdöl), Metalle und Edelsteine entfielen, ist der Zusammenhang mit dem Einbruch des russischen BIP und der Preisentwicklung für diese Exportprodukte ohne weiteres nachvollziehbar.
Mit dem Einruch der Preise 2008 fuhr die Russische Föderation zum ersten Mal seit Jahren wieder ein Budgetdefizit von 9,4% ein. Zwar wird 2010 die Ausgabeseite immer noch über der Einnahmeseite liegen, sinkt dieser Wert jedoch voraussichtlich auf 7,5%. Insgesamt erwarten die russischen Ökonomen noch bis 2012 ein negatives Budgetsaldo, was die Regierung des Landes jetzt dazu veranlasst hat zum ersten Mal seit 1998 wieder Eurobonds im Wert von 5 Milliarden US Dollar in Umlauf zu bringen. Nichtsdestotrotz lassen die steigenden Einnahmen aus dem Exportgeschäft die Prognosen wieder besser aussehen. Und dass ist auch notwendig, denn die nächsten Präsidentschaftswahlen 2012 stehen bereits vor der Tür.
Paul Becker


















