Tags: , ,

Gewinner stehen fest!

Veröffentlicht am 02 März 2010 von Paul Becker

Liebe Leser von GUS- News,

ich möchte erstmals allen 178 Personen, die an meinem Gewinnspiel teilgenommen haben, für eure Teilnahme danken. So viel Interesse für die russische Kultur ist sehr erfreulich!

Ich möchte aber nicht mehr lange um den heißen Brei rumreden. Unsere Hausfee zog heute früh drei Lose mit den Namen der glücklichen Gewinner:

Der erste Preis – der singende Krokodil Gena mit Tscheburaschka geht an Monika Stork aus Hiddenhausen

Der zweite Preis- eine Hörbuch- CD “Krokodil Gena und seine Freunde” von Eduard Uspenskij geht an Melanie Rakers aus Schüttorf

Der dritte Preis – ein gebundenes Buch “Krokodil Gena und seine Freunde” von Eduard Uspenskij geht an Hannes Fricke aus Speicher / RLP

Ich gratuliere allen Gewinnern und möchte ihnen viel Spaß mit Krokodil Gena und Tscheburaschka wünschen! Alle, die heute leer ausgingen – Не вешайте нос! Ich denke ich werde auch in Zukunft noch einige Gewinnspiele mit tollen Preisen veranstalten können.

Ich wünsche euch Allen einen schönen Tag! Доброго вам дня!

Paul Becker

Kommentare (0)

Tags: , , , , , , , ,

Ukraine: Präsidentschaftswahlen sind vorbei, was nun?

Veröffentlicht am 11 Februar 2010 von Paul Becker

Ukrainische Präsidentschaftswahlen 2010, GUS- News

Der Gewinner der Präsidentschaftswahlen in der Ukraine steht nun endgültig fest. Nur vier Jahre nach der Orangenen Revolution in der Ukraine, bekam der Auslöser der Maidan- Bewegung, Wiktor Janukowitsch,  die Mehrheit der Wählerstimmen.

Am Dienstag Vormittag war es endlich vorbei. Die zentrale Wahlkommission der Ukraine zählte 100% der Stimmen und gab den Gewinner der Präsidentschaftswahlen 2010 bekannt. Nach der ersten Euphorie kehrt ganz schnell eine Ernüchterung ein. Angesichts der Aufgaben, die der neue Präsident zu bewältigen hat kommt einem unmittelbar ein mit dem  Manuskript von W.I. Lenin gleichnamiger Gedanke: Что делать? Was tun?

Das reale BIP in der Ukraine brach den Schätzungen der EBRD zufolge in 2009 um rund 14% ein und warf die Wirtschaft des Landes mit einem Schlag um einige Jahre zurück. Zwanzig Jahre nach dem Zerfall der Sowjetunion beträgt das BIP der Ukraine nur 60% des Niveaus von 1989. Das Land bewegte sich das ganze Jahr über am Rande des Staatsbankrotts und konnte nur mit riesigen Währungskrediten des IWF davor bewahrt werden. Doch der Preis dafür war sehr hoch – die Staatsschulden wuchsen in den zwölf Monaten des vergangenen Jahres um 53,5%.

Als ob das schon nicht genug wäre, ist das Land zum Teil strukturell, sprachlich, kulturell und ethnisch tief gespalten. Während der Osten des Landes hoch industrialisiert ist, überwiegt im Westen des Landes die Agrarwirtschaft. Auch die 11 Millionen Russen, die bei der letzten Volkszählung in der UdSSR 1989 gezählt wurden, leben zum Teil seit Jahrhunderten, überwiegend im Osten des Landes und auf der Halbinsel Krim, die 1954 von Nikita Chruschtschow der Ukraine geschenkt wurde und sich seit der Unabhängigkeit des Landes 1991 zum Zankapfel zwischen der Ukraine und der Russischen Föderation, die in der Hauptstadt Sewastopol ihre Schwarzmeerflotte stationiert, avancierte. Auch linguistisch verläuft die gleiche Trennungslinie.

Stimmverteilung bei den ukrainischen Präsidentschaftswahlen 2010. Bild: GUS- News

Die Präsidentschaftswahl selbst manifestierte und verdeutlichte nochmal mit ihren Ergebnissen diese Division. Während der Osten und der Süden des Landes geschlossen für den Vorsitzenden der Partei der Regionen stimmte, wählten die Menschen im Westen der Ukraine überwiegend Frau Timoschenko mit Ihrer Partei Bjut (БЮТ).

Doch statt einigenden Worten versprach Janukowitsch bereits im Vorfeld der Wahlen im Falle seines Sieges die Stärkung der Russischen Sprache in der Ukraine. Auch seine Ansprache nach der Verkündung der ersten Exit Polls hielt er auf Russisch, was ihm mit Sicherheit keine Pluspunkte im Westen bringen wird.

ЧТО ДЕЛАТЬ? Was tun?

Die ersten Schritte könnten noch die populärsten in der Bevölkerung sein – die Abkehr von der der Unterstützung der Oligarchen, hin zu Entwicklung von kleinen und mittelständischen Unternehmen, die überall in der entwickelten Welt den Eckpfeiler der Wirtschaften bilden, eine Verstaatlichung einiger ukrainischer Banken, um eine reibungslose Kreditvergabe an die KMU zu gewährleisten. Auch das Problem des aufgrund von seit Jahren fehlenden Investitionen maroden Pipelinesystems müsse angegangen werden. Der Schlüssel zum erfolg könnte hier die Einbindung der Russischen Föderation und der Europäer sein, die für notwendige Investitionen sorgen sollen und dafür jeweils 25 bis 33 Prozentige Anteile an dem ukrainischen Pipelinesystem bekommen.

Weitere Reformen sind zwar bitter notwendig, werden aber mit Sicherheit auf bittersten Widerstand in der Bevölkerung stoßen. Das Rentensystem bedarf einer dringenden Reformierung. In einem Land innerhalb der ehemaligen Sowjetunion mit am schnellsten schrumpfenden und auch alternden Bevölkerung, liegt das Renteneintrittsalter der Frauen immer noch bei 55 Jahren (Männer gehen mit 60 in Rente). Das maximale Niveau der Renten muss herabgesenkt werden. Eine Richtlinie wäre dabei das 8fache der Mindestrente.

Die grassierende Inflation und Abwertung der Hryvna stellte das Land mit dem Rücken zur Wand. Ukraine, die Energieträger auf den internationalen Märkten für harte Währung einkauft, veräußert diese auf dem Binnenmarkt für entwertete Landeswährung. Das ist eigentlich einer der Gründe warum Naftogas auf ständige transhes des IWFs angewiesen ist. Solange diese Disparität nicht behoben wird und die einheimische Währung sich stabilisiert, wird das Land auf internationale Kredite angewiesen sein.

Aber auch der kommunale Sektor war für die vorigen Regierungen so etwas wie eine heilige Kuh und bedarf mittlerweile einer dringenden Reformierung. Die durch die Regierung hochsubventionierten Energieträger müssen schrittweise im Einklang mit den tatsächlichen Kosten gebracht werden.

Es gibt viel zu tun!

Kommentare (3)

Tags:

Gewinnspiel: Krokodil Gena i Tscheburaschka

Veröffentlicht am 25 Januar 2010 von Paul Becker

Liebe Leser von GUS- News,

kennen Sie Krokodil Gena und Tscheburaschka? Wenn nicht, dann haben Sie jetzt die Möglichkeit die beiden treuen Begleiter von Millionen von Kindern kennenzulernen!

Tscheburaschka (russisch: Чебурашка) ist eine Film- und Romanfigur, die ursprünglich aus der Sowjetunion stammt. Erfunden wurde die Figur vom russischen Kinderbuchautor Eduard Nikolajewitsch Uspenski. Es handelt sich um eine phantastische Tierfigur mit großen Ohren, freundlichem Gesicht und braunem Fell.

Tscheburaschka wird von einem Obsthändler in einer Orangenkiste gefunden, er stammt vermutlich aus den Tropen. Er ist ein bisher der Wissenschaft völlig unbekanntes Tier, vermutlich ist er nach dem Verzehr von Orangen in der Kiste eingeschlafen und wurde so in seine neue Heimat transportiert. Er hat braunes Fell und sehr große Ohren. Der Obsthändler bringt Tscheburaschka zunächst zum Zoo, welcher das Tier jedoch nicht aufnehmen will. Tscheburaschka gerät nun an einen Krämer, für den es im Schaufenster arbeiten soll, und bewohnt eine Telefonzelle. Als das einsame Krokodil Gena Freunde sucht und zu diesem Zweck Zettel in der Stadt aufhängt, lernen sich Tscheburaschka und Gena kennen und leben fortan zusammen.

Zwar kommen im Buch für die Sowjetunion typische Personen und Dinge vor, genau wird aber nicht präzisiert, um welches Land oder welche Stadt dieser Erde es sich handelt. Krokodil Gena wohnte in einer sehr großen Stadt und war als Krokodil im Zoo angestellt. Ein schadenfrohes Großmütterchen namens Chapeau-Claque spielt den beiden immer wieder böse Streiche.

Als ersten Preis im Gewinnspiel verlost GUS- News den singenden Krokodil Gena mit Tscheburaschka.

Der zweite Preis unseres Gewinnspiels ist eine Hörbuch- CD “Krokodil Gena und seine Freunde” von Eduard Uspenskij.

Und der dritte Preis in unserem Gewinnspiel ist ein gebundenes Buch “Krokodil Gena und seine Freunde” von Eduard Uspenskij

Wenn Sie an unserem Gewinnspiel teilnehmen möchten, sollten Sie nur folgende Gewinnfrage beantworten können:

Wann erschien der erste Zeichentrickfilm über Krokodil Gena und Tscheburaschka und wie hieß er?

Schicken Sie die Lösung auf diese Frage als Betreff in einer E-Mail bis 01. März 2010 (Liebe Leser ich bitte um Verzeihung ursprünglich stand hier fälschlicherweise Februar) an: gusnews@gmx.de. Bitte geben Sie dabei auch Ihre Adresse und Ihre Telefonnummer an. Die Gewinner werden am 02. März 2010 auf unserer Seite veröffentlicht und natürlich persönlich benachrichtigt.

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen, persönliche Daten werden nicht an Dritte weitergegeben.

GUS- News wünscht Ihnen viel Erfolg beim Mitspielen!

Kommentar (1)

Tags: , , , , , , ,

Analysen: Russisch- israelische Beziehungen 2

Veröffentlicht am 18 Januar 2010 von Paul Becker

Am Vortag der Oktoberrevolution

Leo Trotzki. Quelle: carabaas.livejournal.com

Bürgerlich- demokratische Parteien Russlands wie die Kadetten- Partei, die Progressivisten und auch andere  Parteien versuchten konsequent für die jüdische Bevölkerung des Reiches, wie auch für die anderen Fremdvölker und Andersgläubigen die Gleichberechtigung einzuführen. Das war auch eine ihrer ersten Handlungen, als sie am 20 März 1917 als sie an die Macht kamen. Provisorische Regierung schaffte per Dekret die religiösen und nationalen Beschränkungen wie den Siedlungsrayon ab. Aber auch abgesehen von diesem Dekret entsprach das bürgerlich- demokratische Programm voll und ganz den Interessen der jüdischen Bevölkerung Russlands, unter denen es  nur wenige Proletarier und gar keine Bauern gab. So wäre es eigentlich logisch zu erwarten, dass die jüdischen Sympathien nicht den Parteien gelten würden, die für sie so wenig aktuelle Themen wie „Diktatur des Proletariats“ und der „Lösung der Landfrage“ propagierten.

Doch was passierte in Wirklichkeit? Liberale Parteien hatten ohne Zweifel einige Anhänger in der jüdischen Inteligenzija. Viele russische Juden spielten auch nicht die letzte Geige in der bürgerlich- demokratischen Presse. Jüdische Abgeordnete in der Duma traten mehrheitlich der Kadetten- Fraktion bei. Doch die Mehrheit der jüdischen Bevölkerung fand sich damals  auf dem linken politischen Spektrum wieder, egal ob bei den rechten oder linken Esseren, bei den Menschewiki, Bolschewiki oder sogar bei den Anarchisten.

Warum befanden sich denn so viele politisch aktive Juden in Russland auf radikaleren Positionen, als es die nationalen Interessen russischen Judentums erforderten?

Vielleicht, weil die Bolschewiken jüdischer Herkunft von den unteren gesellschaftlichen Kreisen abstammten und deswegen eher die Klassen- als nationale Interessen verfolgten? Doch das stimmt nicht. Lew Bronstein (Leo Trotzki) zum Beispiel war der Sohn eines reichen Landbesitzers, Lew Rosenfeld (Lew Kamenew) – eines Ingenieurs, Owsej- Gerschen Aronowitsch Radomyslski- Apfelbaum (Grigorij Sinowjew) – eines Milchfarmbesitzers, Moissei Urizki – eines Geschäftsmannes, Anatoli Lunatscharski- Sohn eines hohen Beamten in Poltawa. Das gleiche Bild sah man auch in den anderen linken Parteien. Menschiwik Martow wuchs in der Familie eines wohlhabenden Mitarbeiters der russischen Gesellschaft für Schifffahrt und Handel auf, Stolypins Mörder Bogrow war ein Sohn des reichsten Kiewer Hauseigentümers.1 Die Wahl der radikalen linken Parteien als Betätigungsfeld in der Politik kann also durch den Hass gegenüber den höheren Klassen nicht erklärt werden.

Es liegt natürlich auf der Hand, dass jeder jüdischer Revolutionär seinen eigenen Weg in die Revolution gefunden hat. Nichtdestotrotz vermute ich, dass sie gemeinsame Gefühle und Hoffnungen gehegt hatten, die sie letztendlich in die Reihen der revolutionären Parteien geführt hatten. An dieser Stelle möchte ich David Shub zitieren, einen Journalisten und Buchautor2, der 1904 das Russische Reich verließ, um in die Vereinigten Staaten zu emigrieren:3

trotki zitat

Trotzki, wie auch andere führende Bolschewiki jüdischer Abstammung, fühlten sich zu keinem Zeitpunkt mit den jüdischen Massen verbunden und waren niemals Mitglieder irgendeiner jüdischen Organisation. Sie waren eifrige Gegner einer jüdischen nationalen und kulturellen Bewegung und jeder von ihnen unterstrich ständig, er sei kein Jude, sondern „Internationalist“. Auch Jaroslawskij, Litwinow, Radek, Ganezki, Rjazanow, Steklow, Jagoda und einige andere führende Bolschewiken der ersten Jahre nach der Oktoberrevolution, sahen sich entweder als Russen, oder als „Internationalisten“ an und hatten mit dem jüdischen Volk nichts gemeinsam außer ihrer Herkunft”.

Am Vortag der Oktoberrevolution in Russland gab es also zwei entgegengesetzte Entwicklungsstrategien, die die Geschicke des jüdischen Volkes bestimmen sollten. Der von Pinsker und Herzl entwickelte zionistischer Weg und die sozialistischen Ideen der egalitären klassen- und konfessionslosen Gesellschaft. Demnach war eine Assimilation der Juden nur in einer völlig neuen Gesellschaft möglich. Wenn also die alte Welt die Juden nicht als Gleichgestellte sehen will, dann „werfen wir ihr Staub von unseren Stiefeln ab und zerstören sie bis aufs Fundament“. Und dann- „My nash, my novyj mir postoim. Kto byl nichem, tot stanet vsem.“4

Um diesen Traum einer Klassen- und Konfessionslosen Gesellschaft zu verwirklichen bedurfte es natürlich mehr als nur Partizipation in den Wahlen und anderen bürgerlich- demokratischen Freiheiten, die Kadettenpartei den Juden bereits nach der Februarrevolution 1917 gewährte.5 Es bedurfte einer totalen Umstrukturierung der gesamten Gesellschaft- je radikaler, umso besser. Je radikaler also ein Parteiprogramm war, umso anziehender war es in den Augen einiger russischer Juden, die bewusst oder unbewusst ihre Herkunft als bedrückend empfanden. Nur die Realisierung des Parteiprogrammes der Bolschewiken war laut Trotzki, es ihm erlauben „Nicht Jude, sondern ein Internationalist zu werden“, oder einfacher ausgedrückt, ihm zu vergessen helfen und auch die Anderen zwingen zu vergessen, wer Lew Bronstein war.6

Es ist gut möglich, dass viele von den russischen Juden, die sich letztendlich in den Reihen der Bolschewiken gefunden haben, die gleichen Gefühle oder Gedanken gehabt hatten. Denn nur die komplette Zerstörung der alten Gesellschaftsordnung gab ihnen wenigstens eine Hoffnung.

weiterlesen

Kommentare (2)

Advertise Here
Advertise Here

Umfragen

Welches der nachfolgenden Länder besitzt keine Goldreserven?

View Results

Loading ... Loading ...

This Blog in English


Kategorien

Partnerseiten


Global Voices

Statistik: