Archiv | Weißrussland

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Südkaukasus: Abchasien will der Russisch- Weißrussischen Union beitreten

Veröffentlicht am 17 Februar 2010 von Paul Becker

Nach der Anerkennung Abchasiens durch die Russische Föderation am 26. August 2008, Nicaragua am 3. September 2008, Venezuela am 10. September 2009 und Nauru am 15. Dezember 2009 hofft die Regierung der De- facto unabhängigen Schwarzmeerrepublik auch auf eine Anerkennung durch Weißrussland.

Darüber berichtete die russische Presseagentur Ria Novosti am 16.2.2010. Nach den Angaben der Agentur traf sich Sergej Bagapsch am Dienstag mit Studenten und Dozenten der Moskauer Hochschule für internationale Beziehungen. In seiner Ansprache teilte er dem Publikum mit: “Wir verhandeln mit Minsk und hoffen, dass Weißrussland als ein befreundetes Land die Unabhängigkeit Abchasiens und Südossetiens anerkennt. In diesem Fall wird unser Beitritt zur russisch-weißrussischen Union leichter sein”. Dabei verzichtete er allerdings auf eine Konkretisierung, wen er unter dem Begriff “wir” versteht.

In der nächsten Etappe wolle Abchasien auch der Zollunion Russlands, Weißrusslands und Kasachstans beitreten – so Bagapsch. Dies würde dann wiederum die Anerkennung Abchasiens durch Kasachstan erfordern. Ob und für welchen Preis Weißrussland und Kasachstan bereit wären, mit der völkerrechtlich nicht anerkannten Republik offizielle Beziehungen aufzunehmen, kann an dieser Stelle nicht beantwortet werden.

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Weißrussland: Wirtschaft wächst wieder

Veröffentlicht am 12 Februar 2010 von Paul Becker

Laut den Angaben von Ria Novosti ist

das Bruttoinlandsprodukt (BIP) Weißrusslands im Januar dieses Jahres gegenüber Januar 2009 um 1,3 Prozent auf 9,834 Billionen Weißrussische Rubel (rund 2,467 Milliarden Euro) gewachsen.

Das teilte das nationale Statistikamt Weißrusslands am Donnerstag in Minsk mit. Die Industrieproduktion nahm um 2,5 Prozent auf 10,044 Billionen Weißrussische Rubel und der Ausstoß von Konsumgütern um fünf Prozent auf 2,419 Billionen Weißrussische Rubel zu.

2009 wuchs das weißrussische BIP im Vergleich zu 2008 um 0,2 Prozent. Für 2010 peilt das Kabinett in Minsk ein BIP-Wachstum um 11 bis 13 Prozent an.

Ich frage mich nur wie das Statistikamt auf solche Zahlen kommen kann? Die Industrieproduktion des Landes übersteigt in Geldwerten das BIP!!! Alle Weißrussen sind anscheinend in der Industrie beschäftigt?! Fraglich finde ich auch, angesichts der Zahlen von EBRD, die von einer Schrumpfung der weißrussischen Wirtschaft von 3% sprechen, dass sie laut den Angaben des Statistikamts in 2008 um 0,2% gewachsen ist. Entweder sind die Amtszahlen ein absolutes nonsense, oder die EBRD lügt.

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Weißrussland verschärft Internetüberwachung – folgt Russland dem Trend?

Veröffentlicht am 03 Februar 2010 von Paul Becker

Weißrusslands Präsident Alexander Lukaschenko hat einen Erlass über die Überwachung des Internets unterzeichnet, berichtet die Zeitung „Kommersant” am Mittwoch.

Angesichts des Erlasses überlegt man in Russland, wann ähnliche Maßnahmen getroffen werden könnten. Die Frage ist logisch: das Beispiel China hat deutlich gezeigt, dass die totale Kontrolle über das Internet eine machbare Aufgabe ist. Es handelt sich nicht um technische Schwierigkeiten. Man benötigt nur den politischen Willen sowie den entsprechende Wunsch. Die Behörden, die das Gelesene sowie die Gedanken und die Gespräche von seinen Bürgern kontrollieren wollen, haben anscheinend diesen Wunsch.

Wir haben uns daran gewöhnt, jede Internetüberwachung als „chinesisches Modell” zu bezeichnen. Andere Staaten unternehmen ähnliche Schritte. Die Einschränkung der Internetnutzung variiert weltweit: vom totalen Verbot nach dem Vorbild Turkmeniens und Nordkoreas bis zur Sperrung des Zugriffs auf einige ausländische Websites in Italien.

Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad legt ebenfalls großen Wert auf die Internetüberwachung. Die Nutzer müssen ihre Passdaten eingeben, wodurch die Verfasser der anonymen regierungsfeindlichen Einträge festgestellt werden, selbst wenn sie in ausländischen Foren geschrieben worden waren. Für Blogs wird man in Iran zu 25 Jahren Haft verurteilt.

Das Interesse für die Internetnutzer zeigt auch die Regierung von Kasachstan. Dort wurde zunächst der Zugriff auf die Live-Journal-Website gesperrt (dies erstreckte sich ebenfalls auf den Nachbarstaat Kirgisien), danach wurde ein Gesetz verabschiedet. Laut diesem Gesetz muss jeder Homepage-Besitzer eine Lizenz bekommen, die eine erhöhte strafrechtliche Verantwortung für die Verbreitung von gefährdenden Informationen vorsieht.

In diesem Sinne hat Lukaschenko mit seinem Erlass sich quasi beim „internationalen Klub” angemeldet, der sich in kurzer Zeit um Russland gebildet hatte. Es ist ungewöhnlich zu sehen, dass eine „souveräne Demokratie” in dieser farbenreichen Umgebung eine gewisse Insel der Freiheit bleibt. Auf dieser Insel müssen die Websites nicht lizenziert werden, bei der Nutzung der Computer in den Internetcafés muss man den Ausweis nicht vorlegen. Dort gibt es sogar ein Netz der vierten Generation (4G-Netz), für den Anschluss an dieses Netz muss man keine Fragebogen ausfüllen.

Die Internetkontrolle bedeutet für die ganze zivilisierte Welt den Außenseiterstaaten anzugehören, wo die Regierung Angst vor seinem Volk hat. Es ist nicht verwunderlich, dass keiner von diesen Staaten zu den G-8 gehört, selbst das steinreiche sowie mächtige China.

Russland will nicht als eine orientalische Despotie betrachtet werden, die chinesische Methoden kopiert.

Deswegen kann Innenminister Nurgalijew auch weiter dazu aufrufen, dem Erlass Lukaschenkos zu folgen, was jedoch kaum Chancen auf Erfolg hat. Wladimir Putin hatte bereits 1999 beschlossen, den chinesischen Weg in Bezug auf die Internetnutzung zu vermeiden, seitdem ist an dieser Entscheidung nicht gerührt worden. Ohne den Willen der Oberen kann keine einzige Initiative zur Internetkontrolle in die Tat umgesetzt werden.

Quelle: Ria Novosti

Kommentar:

An sich ein sehr interessanter Artikel, weil der Autor die Russische Föderation mit den vergleicht, die nicht gerade als Paradebeispiele für freie Meinungsäußerungen gelten. Als ob der Autor sagen will: Schaut doch es ist doch nicht alles so schlimm, wir haben eine freie Meinungsäußerung! :)

Hmm…  Ich würde das aber aufgrund folgender Artikel bei solchen Aussagen dann nicht zu laut sein:

Russland: Blogger wegen polizeifeindlichem Kommentar verurteilt (08.07.2008)
Gefängnisstrafe für Blogger wegen Beleidigung des tatarischen Präsidenten (21.01.10)
Russian blogger sentenced for comments on the blog (16 July, 2008)
Russischer Blogger muss ins Gefängnis – „Wedomosti” (via Ria Novosti!!!) 25/ 01/ 2010
Russischer Blogger wegen seiner Äußerungen im Blog verurteilt (18/07/2008)

zumal in Russland momentan mit wichtigeren Problemen angesichts dieser Meldung zu kämpfen hat:

Tragödie in Tscheljabinsk: Mutter tötete eigene Kinder und erhängte sich in einer Kommunalka

Was am vergangenen Freitag in einem Haus am in Tscheljabinsk geschah, kann nur mit einem Wort beschrieben werden – Schock. Eine Frau tötete ihre beiden Kinder und begann dann Selbstmord.

Sie erstickte ihre Kinder – einen sechsjährigen Sohn und eine acht Jahre alte Tochter – und erhängte sich dann auf Wäscheleine. Auf dem Tisch, hinterließ sie einen Abschiedsbrief, in dem sie mitteilte, sie konnte die Kinder nicht mehr ernähren.

Der Chef der Tscheljabinsker Polizei Igor Kurchtow sagte dem Reporter von chelyabinsk.ru, die verstorbene war arbeitslos. Nach ihrer Scheidung von ihrem Mann zog sie aus der Republik Baschkortostan nach Tscheljabinsk und zog mit ihren beiden Kindern in ein Zimmer in einer Kommunalka.

Paul Becker

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Weißrussland: Verschärfung des Mediengesetzes

Veröffentlicht am 09 Februar 2009 von Paul Becker

Am 8 März 2009 trat in Weißrussland das neue Massenmediengesetz in Kraft, der im Sommer 2008 verabschiedet wurde. Das Gesetz verschärft die Anforderungen sowohl an die Journalisten, als auch an die Inhaber der Massenmedien.

Das Gesetz schreibt den Journalisten vor, die Informationen, die sie von den Vertretern politischer Parteien und gesellschaftlicher Organisationen zu überprüfen. Gemäß seiner Stellung trägt Journalist laut dem neuen Gesetz die Verantwortung für Informationen, die aus einer dritten Quelle entnommen und mit einem Link versehen wurde.

Die belorussische Assoziation der Journalisten kommentierte das Gesetz mit den Worten, jedes Massenmedium kann bereits nach zwei Abmahnungen seitens des Informationsministeriums geschlossen werden – ungeachtet des Vergehens.

Das Gesetz schränkt auch die möglichen Ausländischen Anteile an den belorussischen Massenmedien auf 30% und schreibt allen Korrespondenten ausländischer Medien eine Akkreditierung im Innenministerium durchzulaufen.

Nach den neuen Regeln sind auch Internetmedien gezwungen, eine Registrierung durchzuführen. Die Regelung dieser Registrierung wird durch die Beschlüsse  der Regierung noch entschieden.

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