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Präsident Aserbaidschans Ilham Alijew sprach neulich zum ersten Mal offen über die “militärische Lösung des Karabacher Problems”.
“Aserbaidschan befindet sich in einem Kriegszustand. Der Krieg ist nicht beendet, es herrscht nur ein Waffenstillstand. Wir müssen jeder Zeit bereit sein, die besetzten Gebiete auf dem militärischen Wege zu befreien” - sagte er bei der Eröffnung eines Schulzentrums des Staatssicherheitsdienstes.

© Rossijskaja Gazeta
Armenien ist sicherlich kein klassisches Urlaubsland. Doch die Kaukasusrepublik hat es verdient, entdeckt zu werden - mit viel Natur, Geschichte und Gastfreundschaft.
Frankfurt, München und Köln sind die drei deutschen Destinationen, die vom neuen Flughafen in Eriwan, der Hauptstadt Armeniens, aus angeflogen werden
Die Routen werden von Armavia, der staatlichen Fluglinie Armeniens, sowie der Lufthansa bedient, die Eriwan 4 x wöchentlich von München aus anfliegt
Der neue internationale Flughafen Zvartnots in Eriwan wurde vor kurzem eröffnet und hat sich zum Ziel gesetzt, zu einem Touristen- und Handelsverkehrsknotenpunkt zwischen Europa und Asien zu werden. Armenien zählt derzeit zu den Schwellenländern der Kaukasusregion mit dem grössten Aufschwung. Dank seiner strategischen geografischen Lage verzeichnet das Land seit einigen Jahren ein rasantes Wirtschaftswachstum, aus dem sich zahlreiche Geschäftsgelegenheiten ergeben. Zudem kann Armenien auf ein beträchtliches historisches und kulturelles Erbe verweisen, die es zu einer der Urlaubsdestinationen der Region mit dem grössten Potenzial machen.
Dies hat Interesse in Deutschland geweckt - daher hat die Fluglinie Lufthansa auf Armenien als neue Destination gesetzt. Dank der grossen Nachfrage bedient Lufthansa die Strecke Eriwan-München nun mit 4 Flügen wöchentlich. Damit bestehen sechs wöchentliche Verbindungen zwischen Deutschland und Zvartnots, da die armenische Fluglinie Armavia bereits Frankfurt und Köln anfliegt.
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Nachdem ein hoher Ölpreis die Kassen Aserbaidschans füllte, ist die Kriegsgefahr im Kaukasus gestiegen
Letzte Woche wurde im De-Fakto-Staat Bergkarabach der ehemalige Geheimagent Bako Sachakjan mit einer fast georgischen Mehrheit von 83 % der Stimmen zum Präsidenten gewählt. Vor der Wahl hatte Aserbaidschans Präsident Ilcham Alijew gegenüber der Nachrichtenagentur RIA-Novosti gedroht, Armenien solle sich ais dem Territorium “zurückziehen” damit ein neuer Waffengang vermieden werde. Aserbaidschan, so Alijew, sei mittlerweile militärisch gesehen “der stärkste Staat in der Region”, und seine Nachbarn müssten sich “dessen bewusst werden”.
Tatsächlich rüstete Alijews Republik im letzten Jahr für 650 Millionen US-Dollar, während Armenien weniger als ein Viertel dieses Betrages aufbrachte. 2007 soll das aserbaidschanische Militärbudget sogar höher liegen als die kompletten armenischen Staatsausgaben. Trotz zwölf Prozent Wirtschaftswachstum (auf allerdings sehr niedrigem Niveau) kann Armenien nicht mit dem ölreichen Aserbaidschan konkurrieren. Das hat etwa neun Millionen Einwohner, Armenien nur zweieinhalb bis drei. Da helfen auch die Überweisungen der etwa vier bis zehn Millionen Auslandsarmenier nur bedingt. Allerdings verweist die Schutzmacht Bergkarabachs auf den Motivationsvorteil, dass die Soldaten dort ihr eigenes Siedlungsgebiet quasi an der eigenen Haustür verteidigen – und nicht etwa am Hindukusch.
Der Konflikt begann Ende der 1980er, als es nach Unabhängigkeitsforderungen der armenischen Mehrheit in Bergkarabach zu Pogromen in Sumgait kam, in deren Folge viele Armenier aus Aserbaidschan flüchten. Am 2. September 1991 erklärte sich das Autonome Gebiet für unabhängig, worauf aserbaidschanische Truppen einmarschierten und von armenischen Kräften zurückgeschlagen wurden. Diese besetzten aus militärischen Gründen auch einen Korridor zwischen Armenien und Bergkarabach, der jedoch nicht nur aus den zwei 1929 an Aserbaidschan abgetretenen, sondern gleich aus sieben überwiegend von Aseris besiedelten Landkreise bestand.
Insgesamt wurden während der Auseinandersetzungen etwa 530.000 Aserbaidschaner aus von Armeniern kontrollierten Gebieten und 250.000 Armenier aus Aserbaidschan vertrieben. 1994 wurde ein Waffenstillstand geschlossen. Seitdem geht der Krieg nur noch im Internet weiter.
Die Frage der völkerrechtlichen Gültigkeit der Abspaltung ist weniger eindeutig als sie auf den ersten Blick scheint: Das am 3. April 1990 erlassene Sowjetgesetz “Über das Verfahren der Entscheidung von Fragen, die mit dem Austritt einer Unionsrepublik verbunden sind” enthielt eine Schutzklausel für Autonome Gebiete, die im Falle eines Austritts der Republik aus der Sowjetunion per Volksabstimmung über ihren Status entscheiden sollten - was in Bergkarabach 1991 geschah.
Ob Alijews Säbelgerassel tatsächlich der Vorbote einer Wiederaufnahme des Krieges ist, bleibt abzuwarten: Unter anderem ist fraglich, inwieweit sowohl Aserbaidschan als auch Armenien ein tatsächliches Interesse an der Beendigung eines Zustands haben, mit dem sich bei innenpolitischen Problemen und Demokratiedefiziten perfekt ablenken lässt.
Weitgehend im Unklaren ist allerdings die Zukunft des umstrittenen Gebiets, das nur zwischen 140- und 150.000 Einwohner zählt - weit weniger als während des Krieges vertrieben wurden. Der armenische Präsident Robert Kotscharjan, der selbst aus Karabach stammt, vermied bisher den Begriff des Anschlusses und sprach stattdessen von einer “asymmetrischen Konföderation” als Modell für Armenien und Bergkarabach.
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ERICH WIESNER
Das Wahlergebnis stand fest, bevor bei den gestrigen Präsidentenwahlen in Berg-Karabach der erste Stimmzettel in die Urne flog. Gegen Sicherheitschef Bako Sachakjan hatten dessen vier Mitbewerber gleich aus zwei Gründen keine Chance: Ihm gehörte nicht nur die Unterstützung der Republikanischen Partei von Armeniens Staatschef Robert Kotscharjan, der bis 1998 selbst in Karabach Präsident war. Für Sachakjan legte sich auch der Kreml ins Zeug. Denn dieser hatte schon dem sowjetischen KGB treu gedient. So, wie direkt oder indirekt auch die Chefs der anderen Separatistenregionen auf dem Gebiet der ehemaligen UdSSR: Abchasien und Südossetien oder Transnistrien. Weil Moskau ihnen den Rücken stärkt, siegen hier wie dort stets pro-russische Kandidaten mit überwältigenden Mehrheiten.
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Präsidentenwahl in der Kaukasus-Republik Berg-Karabach
Von Gesine Dornblüth und Thomas Franke
Auf den ersten Blick hat die Republik Berg-Karabach im Südkaukasus alles, was ein Staat braucht: Eine Hymne, eine Verfassung, eine Fahne und ein Staatswappen.
Doch Berg-Karabach hat ein Problem: Es wird von keinem Land der Welt anerkannt. Dabei bemüht sich die Bergregion seit 1991 darum. Damals, vor sechzehn Jahren, hatte sich Berg-Karabach für unabhängig erklärt. Das Gebiet, etwa halb so groß wie der Schwarzwald, liegt innerhalb der aserbaidschanischen Staatsgrenzen, wird aber seit langem überwiegend von Armeniern bewohnt, derzeit etwa 140.000.
Als die Sowjetunion ihre ersten Auflösungserscheinungen zeigte und die nationalen Bewegungen aufkamen, sahen die Armenier in Berg-Karabach ihre Chance gekommen. Sie suchten zunächst den Anschluss an das Mutterland Armenien. Doch die Aserbaidschaner wollten die bildschöne Bergregion nicht ziehen lassen. Der Konflikt eskalierte zum Krieg.
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Armenien und das benachbarte Aserbaidschan stehen am Rande eines Krieges. SPIEGEL ONLINE sprach mit dem armenischen Präsidenten Robert Kotscharjan über das Verhältnis des Landes zu Moskau und zur Nato, und über seinen Kuschelkurs gegenüber Iran.
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Das gesamte Interview mit Kotscharjan finden Sie bei Spiegel Online
Im Norden Armeniens in Schiraker Bezirk wurde ein Erdbeben der Stärke 12 auf der Richter Skala gemessen. Das Epizentrum lag nur 6 Kilometer von der Ortschaft Aschock entfernt. Wie durch ein Wunder wurde keiner verletzt.
Quelle: E-News
Übersetzung: gusnews
Die kürzliche militante Rhetorik des Präsidenten von Aserbaidschan zeugt laut dem armenischen Außenminister Wardan Oskanjan von der fehlenden Bereitschaft Bakus zu Kompromissen bei der Beilegung des Berg-Karabach-Konfliktes.
„Die militante Rhetorik, die in letzter Zeit von aserbaidschanischer Seite zu hören ist, spricht dafür, dass das offizielle Baku zu keinen Kompromissen bei der Beilegung des Berg-Karabach-Konfliktes bereit ist. Und Jerewan bewertet dies negativ“, sagte Oskanjan am Montag in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Chef einer Delegation der Beobachtungsgruppe „Ago“ des Ministerkomitees des Europarates, Botschafter Per Sjögren.
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Kommentar gusnews (Durch die enormen Deviseneinnahmen konnte Aserbaidschan seine Armee modernisieren und beachtlich ausstatten)
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