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Russland- Kasachstan und Weißrussland: Dreier Zollunion unterzeichnet

Veröffentlicht am 05 Juli 2010 von Paul Becker

Am heutigen Vormittag unterzeichneten die Präsidenten der drei Nachfolgeländer der Sowjetunion nach langen Verhandlungen einen Vertrag über eine gemeinsame Zollunion.

Dies teilte der der russische Präsident Dmitri Medwedew heute früh der Presse mit. Mit einigen Ausnahmen sind im gemeinsamen Zollraum die Zollgebühren und wirtschaftlichen Beschränkungen aufgehoben. Auch für Importgüter gilt für die Länder der Zollunion ab sofort ein einheitlicher Zolltarif.

Insgesamt entfielen 2009 rund 14,54% (eigene Berechnungen, basierend auf den Daten des Rosstat) des russischen Außenhandelsumsatzes auf die GUS- Länder und Georgien. Der Löwenanteil ging dabei auf das Konto von Weißrussland und Kasachstan (50,29%, eigene Berechnungen, basierend auf den Daten des Rosstat).

Weitere Länder der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten bekundeten bereits ihr Beitrittsinteresse.

Bei der Ausarbeitung von diesem Artikel wurden Materialien von Ria Novosti und Rosstat benutzt

Paul Becker

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Weißrussland: Wirtschaft wächst wieder

Veröffentlicht am 12 Februar 2010 von Paul Becker

Laut den Angaben von Ria Novosti ist

das Bruttoinlandsprodukt (BIP) Weißrusslands im Januar dieses Jahres gegenüber Januar 2009 um 1,3 Prozent auf 9,834 Billionen Weißrussische Rubel (rund 2,467 Milliarden Euro) gewachsen.

Das teilte das nationale Statistikamt Weißrusslands am Donnerstag in Minsk mit. Die Industrieproduktion nahm um 2,5 Prozent auf 10,044 Billionen Weißrussische Rubel und der Ausstoß von Konsumgütern um fünf Prozent auf 2,419 Billionen Weißrussische Rubel zu.

2009 wuchs das weißrussische BIP im Vergleich zu 2008 um 0,2 Prozent. Für 2010 peilt das Kabinett in Minsk ein BIP-Wachstum um 11 bis 13 Prozent an.

Ich frage mich nur wie das Statistikamt auf solche Zahlen kommen kann? Die Industrieproduktion des Landes übersteigt in Geldwerten das BIP!!! Alle Weißrussen sind anscheinend in der Industrie beschäftigt?! Fraglich finde ich auch, angesichts der Zahlen von EBRD, die von einer Schrumpfung der weißrussischen Wirtschaft von 3% sprechen, dass sie laut den Angaben des Statistikamts in 2008 um 0,2% gewachsen ist. Entweder sind die Amtszahlen ein absolutes nonsense, oder die EBRD lügt.

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Weißrussland verschärft Internetüberwachung – folgt Russland dem Trend?

Veröffentlicht am 03 Februar 2010 von Paul Becker

Weißrusslands Präsident Alexander Lukaschenko hat einen Erlass über die Überwachung des Internets unterzeichnet, berichtet die Zeitung „Kommersant” am Mittwoch.

Angesichts des Erlasses überlegt man in Russland, wann ähnliche Maßnahmen getroffen werden könnten. Die Frage ist logisch: das Beispiel China hat deutlich gezeigt, dass die totale Kontrolle über das Internet eine machbare Aufgabe ist. Es handelt sich nicht um technische Schwierigkeiten. Man benötigt nur den politischen Willen sowie den entsprechende Wunsch. Die Behörden, die das Gelesene sowie die Gedanken und die Gespräche von seinen Bürgern kontrollieren wollen, haben anscheinend diesen Wunsch.

Wir haben uns daran gewöhnt, jede Internetüberwachung als „chinesisches Modell” zu bezeichnen. Andere Staaten unternehmen ähnliche Schritte. Die Einschränkung der Internetnutzung variiert weltweit: vom totalen Verbot nach dem Vorbild Turkmeniens und Nordkoreas bis zur Sperrung des Zugriffs auf einige ausländische Websites in Italien.

Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad legt ebenfalls großen Wert auf die Internetüberwachung. Die Nutzer müssen ihre Passdaten eingeben, wodurch die Verfasser der anonymen regierungsfeindlichen Einträge festgestellt werden, selbst wenn sie in ausländischen Foren geschrieben worden waren. Für Blogs wird man in Iran zu 25 Jahren Haft verurteilt.

Das Interesse für die Internetnutzer zeigt auch die Regierung von Kasachstan. Dort wurde zunächst der Zugriff auf die Live-Journal-Website gesperrt (dies erstreckte sich ebenfalls auf den Nachbarstaat Kirgisien), danach wurde ein Gesetz verabschiedet. Laut diesem Gesetz muss jeder Homepage-Besitzer eine Lizenz bekommen, die eine erhöhte strafrechtliche Verantwortung für die Verbreitung von gefährdenden Informationen vorsieht.

In diesem Sinne hat Lukaschenko mit seinem Erlass sich quasi beim „internationalen Klub” angemeldet, der sich in kurzer Zeit um Russland gebildet hatte. Es ist ungewöhnlich zu sehen, dass eine „souveräne Demokratie” in dieser farbenreichen Umgebung eine gewisse Insel der Freiheit bleibt. Auf dieser Insel müssen die Websites nicht lizenziert werden, bei der Nutzung der Computer in den Internetcafés muss man den Ausweis nicht vorlegen. Dort gibt es sogar ein Netz der vierten Generation (4G-Netz), für den Anschluss an dieses Netz muss man keine Fragebogen ausfüllen.

Die Internetkontrolle bedeutet für die ganze zivilisierte Welt den Außenseiterstaaten anzugehören, wo die Regierung Angst vor seinem Volk hat. Es ist nicht verwunderlich, dass keiner von diesen Staaten zu den G-8 gehört, selbst das steinreiche sowie mächtige China.

Russland will nicht als eine orientalische Despotie betrachtet werden, die chinesische Methoden kopiert.

Deswegen kann Innenminister Nurgalijew auch weiter dazu aufrufen, dem Erlass Lukaschenkos zu folgen, was jedoch kaum Chancen auf Erfolg hat. Wladimir Putin hatte bereits 1999 beschlossen, den chinesischen Weg in Bezug auf die Internetnutzung zu vermeiden, seitdem ist an dieser Entscheidung nicht gerührt worden. Ohne den Willen der Oberen kann keine einzige Initiative zur Internetkontrolle in die Tat umgesetzt werden.

Quelle: Ria Novosti

Kommentar:

An sich ein sehr interessanter Artikel, weil der Autor die Russische Föderation mit den vergleicht, die nicht gerade als Paradebeispiele für freie Meinungsäußerungen gelten. Als ob der Autor sagen will: Schaut doch es ist doch nicht alles so schlimm, wir haben eine freie Meinungsäußerung! :)

Hmm…  Ich würde das aber aufgrund folgender Artikel bei solchen Aussagen dann nicht zu laut sein:

Russland: Blogger wegen polizeifeindlichem Kommentar verurteilt (08.07.2008)
Gefängnisstrafe für Blogger wegen Beleidigung des tatarischen Präsidenten (21.01.10)
Russian blogger sentenced for comments on the blog (16 July, 2008)
Russischer Blogger muss ins Gefängnis – „Wedomosti” (via Ria Novosti!!!) 25/ 01/ 2010
Russischer Blogger wegen seiner Äußerungen im Blog verurteilt (18/07/2008)

zumal in Russland momentan mit wichtigeren Problemen angesichts dieser Meldung zu kämpfen hat:

Tragödie in Tscheljabinsk: Mutter tötete eigene Kinder und erhängte sich in einer Kommunalka

Was am vergangenen Freitag in einem Haus am in Tscheljabinsk geschah, kann nur mit einem Wort beschrieben werden – Schock. Eine Frau tötete ihre beiden Kinder und begann dann Selbstmord.

Sie erstickte ihre Kinder – einen sechsjährigen Sohn und eine acht Jahre alte Tochter – und erhängte sich dann auf Wäscheleine. Auf dem Tisch, hinterließ sie einen Abschiedsbrief, in dem sie mitteilte, sie konnte die Kinder nicht mehr ernähren.

Der Chef der Tscheljabinsker Polizei Igor Kurchtow sagte dem Reporter von chelyabinsk.ru, die verstorbene war arbeitslos. Nach ihrer Scheidung von ihrem Mann zog sie aus der Republik Baschkortostan nach Tscheljabinsk und zog mit ihren beiden Kindern in ein Zimmer in einer Kommunalka.

Paul Becker

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