Tag Archiv | "Finanzkrise"

Tags: , , , ,

Ukraine: Wirtschaftseinbruch von 15% des BIP in 2009

Veröffentlicht am 01 März 2010 von Paul Becker

Ukrainisches BIP sank 2009 um 15 Prozent. Diese Daten wurden am 28. Februar vom Staatlichen Ausschuss der Ukraine veröffentlicht.

Nominales BIP für das Jahr 2009 belief sich auf 912 563 000 000 Griwna (etwa 115 Milliarden US-Dollar), was 85 Prozent des Wertes von 2008 darstellt. Dies war das größte Wirtschaftseinbruch unter allen europäischen Ländern seit dem Ausbruch der Wirtschafts- und Finanzkrise im August 2008.

Die Prognosen der Nationalbank der Ukraine und das Ministerium für Wirtschaft, die einen Abschwung von 15 Prozent vorhersagten, haben sich leider bewahrheitet.

Die Höhe der öffentlichen Verschuldung erhöhte sich in 2009 auf 35% des BIPs. Ukrainisches Parlament Werchowna Rada verabschiedete jedoch bis heute noch keinen Haushalt 2010.

Die schwierige wirtschaftliche Lage in der Ukraine entstand aufgrund der fehlenden Liquidität des Landes, bedingt durch die Weltwirtschaftskrise und einen drastischen Rückgang der Nachfrage nach ukrainischen Exporten.

Kommentar (1)

Tags: , , , , ,

Russland: Erneute Forderung zur Modernisierung Russlands

Veröffentlicht am 12 Februar 2010 von Paul Becker

Die “erniedrigende” Abhängigkeit Russlands vom Rohstoffexport muss beseitigt und das Forschungs- und Industriepotential des Landes modernisiert werden. Das waren die Worte von Präsident Medwedew Anlässlich einer Wirtschafsberatung mit Großunternehmern Russlands im sibirischen Tomsk

“Eine Wirtschaft, die auf ihre den Abbau ihrer Rohstoffe setzt, hat keine Zukunft” – so Dmitri Medwedew. “Russlands Wirtschaft braucht neue Technologien und einen größeren Anteil von Innovationen an den Investitionsprogrammen”, führte er seinen Gedanken fort.

“Ich bin der Ansicht, dass die Pflicht aller Privatunternehmen darin besteht, ihren gewichtigen Beitrag zur Bildung eines modernen Wirtschaftsmodells Russlands zu leisten”, wandte sich Medwedew an die Großunternehmer.

Er brachte auch die Hoffnung zum Ausdruck, dass der Staat und die Wirtschaft über die Innovationserneuerung der Wirtschaft übereinkommen, einander verstehen, ein konkretes Programm entwerfen und Grundlagen einer langfristigen Politik schaffen werden.

Seine Worte stehen im Anklang mit den Worten seines Vorgängers Wladimir Putin (hier, hier und hier)

Irgendwie erinnert mich das Alles so sehr an die berühmte Fabel von Krylow:

Bild: bee-bee.ucoz.ru

??????, ??? ? ????

????? ? ????????? ???????? ???,
?? ??? ?? ???? ?? ??????,
? ?????? ?? ???? ?? ????, ?????? ????.
??????? ??????, ??? ?? ????
????? ? ???????? ??? ???????
? ?????? ???? ??? ? ???? ?????????;
?? ???? ????? ???, ? ???? ??? ??? ????!
??????? ?? ??? ??? ???????? ? ?????:
?? ?????? ?????? ? ??????,
??? ??????? ?????, ? ???? ????? ? ????.
??? ??????? ?? ???, ??? ???? – ?????? ?? ???;
?? ?????? ??? ? ???? ???.

Bild: bee-bee.ucoz.ru

Ungleiches Gespann

Wenn zur Genossenschaft sich Eintracht nicht gesellt,
Ist es mit dem Werke schlecht bestellt:
Es gibt nur Quälerei, und man bringt nichts zurecht.
Einst wollten Schwan und Krebs und Hecht
Fortschieben einen Karren mit seiner Last
Und spannten sich zu dreien davor in Hast.
Sie tun ihr Äußerstes; er rückt nicht von der Stelle.
Die Last an sich wäre ihnen leicht genug,
Allein der Schwan nimmt aufwärts seinen Flug,
Der Krebs keucht rückwärts, und der Hecht strebt in die Welle.
Wer schuld nun ist, wer nicht, darüber hier kein Wort,
Der Karren aber steht noch immer dort.

Kommentare (3)

Tags: , , , , , ,

Weißrussland: Wirtschaft wächst wieder

Veröffentlicht am 12 Februar 2010 von Paul Becker

Laut den Angaben von Ria Novosti ist

das Bruttoinlandsprodukt (BIP) Weißrusslands im Januar dieses Jahres gegenüber Januar 2009 um 1,3 Prozent auf 9,834 Billionen Weißrussische Rubel (rund 2,467 Milliarden Euro) gewachsen.

Das teilte das nationale Statistikamt Weißrusslands am Donnerstag in Minsk mit. Die Industrieproduktion nahm um 2,5 Prozent auf 10,044 Billionen Weißrussische Rubel und der Ausstoß von Konsumgütern um fünf Prozent auf 2,419 Billionen Weißrussische Rubel zu.

2009 wuchs das weißrussische BIP im Vergleich zu 2008 um 0,2 Prozent. Für 2010 peilt das Kabinett in Minsk ein BIP-Wachstum um 11 bis 13 Prozent an.

Ich frage mich nur wie das Statistikamt auf solche Zahlen kommen kann? Die Industrieproduktion des Landes übersteigt in Geldwerten das BIP!!! Alle Weißrussen sind anscheinend in der Industrie beschäftigt?! Fraglich finde ich auch, angesichts der Zahlen von EBRD, die von einer Schrumpfung der weißrussischen Wirtschaft von 3% sprechen, dass sie laut den Angaben des Statistikamts in 2008 um 0,2% gewachsen ist. Entweder sind die Amtszahlen ein absolutes nonsense, oder die EBRD lügt.

Kommentare (0)

Tags: , , , , , , , ,

Ukraine: Präsidentschaftswahlen sind vorbei, was nun?

Veröffentlicht am 11 Februar 2010 von Paul Becker

Ukrainische Präsidentschaftswahlen 2010, GUS- News

Der Gewinner der Präsidentschaftswahlen in der Ukraine steht nun endgültig fest. Nur vier Jahre nach der Orangenen Revolution in der Ukraine, bekam der Auslöser der Maidan- Bewegung, Wiktor Janukowitsch,  die Mehrheit der Wählerstimmen.

Am Dienstag Vormittag war es endlich vorbei. Die zentrale Wahlkommission der Ukraine zählte 100% der Stimmen und gab den Gewinner der Präsidentschaftswahlen 2010 bekannt. Nach der ersten Euphorie kehrt ganz schnell eine Ernüchterung ein. Angesichts der Aufgaben, die der neue Präsident zu bewältigen hat kommt einem unmittelbar ein mit dem  Manuskript von W.I. Lenin gleichnamiger Gedanke: ??? ??????? Was tun?

Das reale BIP in der Ukraine brach den Schätzungen der EBRD zufolge in 2009 um rund 14% ein und warf die Wirtschaft des Landes mit einem Schlag um einige Jahre zurück. Zwanzig Jahre nach dem Zerfall der Sowjetunion beträgt das BIP der Ukraine nur 60% des Niveaus von 1989. Das Land bewegte sich das ganze Jahr über am Rande des Staatsbankrotts und konnte nur mit riesigen Währungskrediten des IWF davor bewahrt werden. Doch der Preis dafür war sehr hoch – die Staatsschulden wuchsen in den zwölf Monaten des vergangenen Jahres um 53,5%.

Als ob das schon nicht genug wäre, ist das Land zum Teil strukturell, sprachlich, kulturell und ethnisch tief gespalten. Während der Osten des Landes hoch industrialisiert ist, überwiegt im Westen des Landes die Agrarwirtschaft. Auch die 11 Millionen Russen, die bei der letzten Volkszählung in der UdSSR 1989 gezählt wurden, leben zum Teil seit Jahrhunderten, überwiegend im Osten des Landes und auf der Halbinsel Krim, die 1954 von Nikita Chruschtschow der Ukraine geschenkt wurde und sich seit der Unabhängigkeit des Landes 1991 zum Zankapfel zwischen der Ukraine und der Russischen Föderation, die in der Hauptstadt Sewastopol ihre Schwarzmeerflotte stationiert, avancierte. Auch linguistisch verläuft die gleiche Trennungslinie.

Stimmverteilung bei den ukrainischen Präsidentschaftswahlen 2010. Bild: GUS- News

Die Präsidentschaftswahl selbst manifestierte und verdeutlichte nochmal mit ihren Ergebnissen diese Division. Während der Osten und der Süden des Landes geschlossen für den Vorsitzenden der Partei der Regionen stimmte, wählten die Menschen im Westen der Ukraine überwiegend Frau Timoschenko mit Ihrer Partei Bjut (???).

Doch statt einigenden Worten versprach Janukowitsch bereits im Vorfeld der Wahlen im Falle seines Sieges die Stärkung der Russischen Sprache in der Ukraine. Auch seine Ansprache nach der Verkündung der ersten Exit Polls hielt er auf Russisch, was ihm mit Sicherheit keine Pluspunkte im Westen bringen wird.

??? ??????? Was tun?

Die ersten Schritte könnten noch die populärsten in der Bevölkerung sein – die Abkehr von der der Unterstützung der Oligarchen, hin zu Entwicklung von kleinen und mittelständischen Unternehmen, die überall in der entwickelten Welt den Eckpfeiler der Wirtschaften bilden, eine Verstaatlichung einiger ukrainischer Banken, um eine reibungslose Kreditvergabe an die KMU zu gewährleisten. Auch das Problem des aufgrund von seit Jahren fehlenden Investitionen maroden Pipelinesystems müsse angegangen werden. Der Schlüssel zum erfolg könnte hier die Einbindung der Russischen Föderation und der Europäer sein, die für notwendige Investitionen sorgen sollen und dafür jeweils 25 bis 33 Prozentige Anteile an dem ukrainischen Pipelinesystem bekommen.

Weitere Reformen sind zwar bitter notwendig, werden aber mit Sicherheit auf bittersten Widerstand in der Bevölkerung stoßen. Das Rentensystem bedarf einer dringenden Reformierung. In einem Land innerhalb der ehemaligen Sowjetunion mit am schnellsten schrumpfenden und auch alternden Bevölkerung, liegt das Renteneintrittsalter der Frauen immer noch bei 55 Jahren (Männer gehen mit 60 in Rente). Das maximale Niveau der Renten muss herabgesenkt werden. Eine Richtlinie wäre dabei das 8fache der Mindestrente.

Die grassierende Inflation und Abwertung der Hryvna stellte das Land mit dem Rücken zur Wand. Ukraine, die Energieträger auf den internationalen Märkten für harte Währung einkauft, veräußert diese auf dem Binnenmarkt für entwertete Landeswährung. Das ist eigentlich einer der Gründe warum Naftogas auf ständige transhes des IWFs angewiesen ist. Solange diese Disparität nicht behoben wird und die einheimische Währung sich stabilisiert, wird das Land auf internationale Kredite angewiesen sein.

Aber auch der kommunale Sektor war für die vorigen Regierungen so etwas wie eine heilige Kuh und bedarf mittlerweile einer dringenden Reformierung. Die durch die Regierung hochsubventionierten Energieträger müssen schrittweise im Einklang mit den tatsächlichen Kosten gebracht werden.

Es gibt viel zu tun!

Kommentare (3)

Advertise Here
Advertise Here