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Fast genau vor einem Jahr kam bereits aus den Reihen der Regierungspartei “Nur Otan” ein solcher Vorschlag, der prompt vom kasachischen Präsidenten zurückgewiesen wurde mit der Begründung, man soll die ursprünglichen Namen der Städte beibehalten. Pünktlich zum Sommerbeginn 2008 aber gab es einen erneuten Anlauf auf den Präsidenten, die Nördliche Hauptstadt nach ihm umzubenennen.

Dieser Vorschlag stammt vom Abgeordneten des kasachischen Parlaments Sat Tokpakbajew, einem ehemaligen Vorsitzenden des kasachischen Sicherheitsrats beim Präsidenten der Republik und Verteidigungsminister der Republik, der wegen der Affäre mit der Touristenbase “Goldener Sand” in Kapschagaj seines Postens enthoben wurde.
Im Verlauf einer polizeilichen Operation im Norden des Landes befreiten die Polizeikräfte insgesamt 15 usbekischen und tadschikischen Bürgern, die wegen der Verdienstmöglichkeiten nach Kasachstan gekommen waren und dann in die Sklaverei eines Ortsansässigen Geschäftsmannes kamen.

Foto: lenta.ru
Wie die Nationale Informationsagentur Kazinform berichtet handelt es sich bei den Befreiten um Männer im Alter von 16 bis 45 Jahren, die von einem ortsansässigen Geschäftsmann in ihren Ländern angeheuert und in seinem Schlachtbetrieb in der Ortschaft Aman- Karagai Kostanajer Gebiets beschäftigt wurden.
Einen Monat lang arbeiteten die Gastarbeiter aus Usbekistan und Tadschikistan im Schlachthof, der Geschäftsmann weigerte sich jedoch ihnen zustehenden Lohn auszuzahlen, mehr noch forderte er für die Freilassung jeden von ihnen 300$. Sie durften sich nicht außerhalb des Territoriums des Schlachthofes aufhalten und lebten zusammen in einem Zimmer.
Dieses Verbrechen konnte dank des Verwandten eines der Männer aufgeklärt werden, der sich auf die Suche nach seinen Verwandten begab. Am Schlachthof angekommen versuchte er sie mitzunehmen, der Inhaber des Schlachthofes forderte jedoch für die Freilassung von seinen vier Verwandten 600$ und gab dabei an, er habe sie gekauft.
Der Verwandter der Gastarbeiter wandte sich an die Polizei. Bei der Übergabe des Geldes wurde der Kostanaer Geschäftsmann festgenommen.
Quelle: lenta.ru
Übersetzung: Paul Becker/ gusnews

Crosslinks:
- Russland, Zentralasien und demographischer Wandel
- Russland und Usbekistan: Einwanderungspolitik als Druckmittel
- Kirgisische Gastarbeiter schicken 2 Mrd. US-$ im Jahr nach Hause
Vor einer Woche sprach der kasachische Gericht den Ex- Schwiegersohn Nasarbajews, Rachat Alijew, für schuldig und verurteilte ihn in absentia für 20 Jahre Haft.

© mignews.com
Alijew, um dessen Auslieferung aus Österreich, Kasachstan kämpft, wurde für schuldig in allen Anklagepunkten (Erpressung und Entführung zweier Bankiers) gesprochen.
Nachdem einige kasachische Webseiten- die schon immer kritische Informationen über Regierung veröffentlichten - etliche aufgenommeneTelefongespräche einiger hoher Staatsbeamter ins Internet gestellt hatten, legte der nationale Internetanbieter die Seiten lahm. Die Gründe dafür nennt die Regierung nicht. Als Initiaor dieser Enthüllungskampagne wid der ehemalige Schwiegersohn Nasarbajews Rahat Alijew gehandelt.

Ministerium für Verkehr und Kommunikation in Astana. Bildquelle: wikipedia
Bruttoinlandsprodukt
Der Umfang des erzeugten BIP betrug nach operativen Angaben, für die 1. Jahreshälfte 2007 5495,3 Mrd. Tenge (ca. 31 625 451 500 Euro) Der Index des physischen Umfangs des BIP betrug in der ersten Jahreshälfte 2007 in Bezug auf die entsprechende Periode des Vorjahres 110,2 %.
In der BIP- Struktur für Januar-Juni 2007 nimmt der Anteil der Warenproduktion 41,2 %, der Industrie – 31,4 %, des verarbeitenden Gewerbes – 13 %, der Energie-, Gas- und Wasserproduktion und deren Bereitstellung 2 % ein.
Der Anteil der Dienstleistungen in der Struktur des BIP betrug in diesem Zeitraum 56,4 %. Immobilienmarkt nahm 16,2% an dem gesamten BIP ein, Bildung – 3,5 %, das Gesundheitswesen und die sozialen Dienstleistungen – 1,9 %, staatliche Verwaltung, Verteidigung und Sozialfürsorge – 2,4 %, Finanzdienstleistungen – 6,1 %, Kommunal-, Sozial- und Personaldienstleistungen – 1,7 %, Hotel- und Gaststättengewerbe – 0,7 %.
…

Foto: wikipedia
Ein interessanter Artikel erschien heute in der Basler Zeitung:
Nach Russland will auch Kasachstan die Macht westlicher Konzerne bei der Ausbeutung seiner riesigen Energievorkommen beschneiden. Im Visier der kasachischen Führung ist ein Konsortium um den italienischen Eni-Konzern.Der staatliche Konzern Kazmunaigaz solle das Ölfeld Kaschagan im Kaspischen Meer künftig gleichberechtigt mit dem Konsortium ausbeuten, sagte der kasachische Regierungschef Karim Massimow am Donnerstag in Astana.In Russland war dem Shell-Konzern in einem ähnlichen Fall die Lizenz für das riesige Gas- und Ölförderprojekt Sachalin II entzogen worden. Shell trat Ende des vergangenen Jahres die Kontrolle an den staatlichen russischen Energieriesen Gazprom ab.
Der Eni-Konzern musste seine Arbeiten auf dem Ölfeld Kaschagan vor kurzem wegen Verstössen gegen Umweltauflagen einstellen. Noch gebe es «freundschaftliche Verhandlungen» über eine gemeinsame Leitung des Projekts, sagte Massimow.
«Aber wenn die kasachischen Forderungen nicht akzeptiert werden, haben wir einen Plan B, von dem ich erst später erzählen werden.» Kaschagan gilt als einer der grössten Ölfunde der vergangenen 30 Jahre.
Bei der Ausbeutung hat Eni die Führung in dem Joint Venture Agip KCO, an dem zahlreiche internationale Energiekonzerne beteiligt sind, darunter Total, Shell und ExxonMobil.
Auch in den zentralasiatischen Ländern findet also ein Umdenken statt. Die erforderlichen Investitionen in die Förderinfrastruktur sind gemacht worden, nun braucht Kasachstan die westlichen Energiekonzerne nicht mehr. Der Befehl kann ja nur von ganz oben kommen. Ich frage mich welche Strategie er dabei verfolgt? Sich den westlichen Energieriesen entgegenzustemmen ist ein gewagtes Unterfangen. Das heißt also, dass Nasarbajew sich sehr sicher in seinem Sattel fühlen muss, was Angesicht der politischen Entwicklung des Landes in den letzten Paar Monaten auch nicht verwunderlich ist.
Ich bin gespannt, wie die Sache ausgeht. Ich werde sie liebe Leser von gusnews weiter auf dem laufenden halten.
Paul Becker/ gusnews

Crosslinks:
- Regierungspartei siegt bei Parlamentswahl in Kasachstan
- Nasarbajew: Kasachstan will in die Ausbeutung der mongolischen Naturressourcen investieren
- Wahlen in Kasachstan mit klarem Favoriten
- Imagepflege auf Kasachisch
- Kasachstan: Präsident stärkt seinen Einfluss auf die Exekutive
- Der lange Arm aus Almaty
- Nursultan Nasarbajew ist gegen die Umbenennung Astanas nach ihm und will auch kein Denkmal
- Nasarbajew schmiss seine Tochter raus
Bei der Parlamentswahl in der zentralasiatischen Republik Kasachstan hat die regierende Partei Nur Otan von Präsident Nursultan Nasarbajew alle 98 Sitze im Parlament gewonnen.
In Kasachstan finden vorgezogene Parlamentswahlen statt. Die internationale Aufmerksamkeit ist diesmal besonders hoch: Der Wahlverlauf wird mit darüber entscheiden, ob das Land 2009 den erhofften OSZE-Vorsitz bekommt.
Die radikale Opposition in Kasachstan, die sich als sozialdemokratische Partei vereinigt hat, hat laut einem russischen Experten bei der kommenden Parlamentswahl keine Aussichten auf einen Erfolg. Das äußerte der Direktor für Sonderprojekte im russischen Institut für nationale Strategie, Juri Solosobow, am Donnerstag in einem Interview mit RIA Novosti.
von Katja Tichomirowa
Am Donnerstag werden sich Vertreter der zentralasiatischen Staaten Kasachstan, Usbekistan, Tadschikistan und Kirgisien mit ihren Partnern aus Russland und China zum Gipfel der Shanghai Cooperation Organisation (SCO) oder kurz: der Shanghai-Gruppe im kirgisischen Bischkek treffen. Ursprünglich fand die Gruppe 1996 zusammen, um das wechselseitige Vertrauen in der Region zu stärken, Truppen zu reduzieren, den Drogenhandel zu bekämpfen und Grenzstreitigkeiten beizulegen.