Konstantinopler Patriarch Bartholomeus appellierte bei seiner Visite in der ukrainischen Hauptstadt an die ukrainische Elite, alles daran zu setzen, um die Wiederherstellung der kirchlichen Einheit zu erreichen. Die seinen Worten nach andauernde Teilung der Kirchen “zerstört nicht nur die geistige, sondern auch die zivile Einheit des ukrainischen Volkes und trägt in sich problematische Auswirkungen für die Zukunft der Ukraine”.

Bildquelle: bbc.co.uk
Er gab keine offene Antwort auf die Bitte des ukrainischen Präsidenten Wiktor Juschtschenko, die Bildung einer nationalen Kirche zu segnen, gegen die das Moskauer Patriarchat angeht. Juschtschenko bemerkte auch bei dem Treffen mit dem Bartholomeus, dass der Staatsich zwar in die Angelegenheiten der Kirche nicht einmischt, von ihm aber die Erhaltung ihrer Einheit abhängt, teilte die Nachrichtenagentur Ria Novosti mit.
In der Ukraine existieren momentan zwei Ukrainisch- orthodoxen Kirchen. Eine von ihnen ordnet sich dem Moskauer Patriarchat unter und die Kiewer orthodoxe Kirche unter der Leitung von Metropolit Philaret, der vom Oberhaupt der russisch-Orthodoxe Kirche Aleksij II mit Bannfluch für die spalterische Tätigkeit belegt ist.
Der Konstantinopler Patriarch besucht die Ukraine zum ersten Mal seit 350 Jahren im Anlass der Feierlichkeiten des 1020. Jubiläums der Taufe von Rus (???? oder ???????? ???? war der erste russische Staat mit der Hauptstadt in Kiew. Anm. von GUS- News) angekommen.
Hierarchien Kiewer Patriarchats äußerten in letzter Zeit mehrmals den Wunsch, sich unter die Führung des Konstantinopler Patriarchen zu begeben. Nach inoffiziellen Informationen sollten die entsprechenden Verhandlungen im Verlauf seines Kiewer Besuches von Statten gehen.
Die Kirchen werden offensichtlich von der Politik im langandauernden Streit Russlands mit der Ukraine miteinbezogen, anders kann ich mir die plötzlichen Sezessionsbestrebungen der ukrainischen orthodoxen Kirche nicht erklären. Auch das Treffen Juschtschenkos mit dem Konstantinopler Patriarchen bezeugt nochmal das politische Interesse an einer Trennung vom Moskauer Patriarchat.
Paul Becker für GUS- News
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