Immer mehr Menschen verlassen im Laufe ihres Lebens das Land, in dem sie geboren wurden. Gegenwärtig wird davon ausgegangen, dass etwa 191 Millionen Menschen, das sind ca. 3 Prozent der Weltbevölkerung, nicht in ihrem Herkunftsland leben. Obschon grenzüberschreitende Wanderungen kein neues Phänomen sind, zeichnen sich seit einigen Jahren deutliche Veränderungen im internationalen Migrationsgeschehen ab. Viele Länder, die vormals nur Sendeländer waren, nehmen mittlerweile auch Immigranten auf. Dazu kommt, dass kurzfristige (teilweise unter einem Monat) oder zirkuläre Wanderungen, bei denen Migranten zwischen Heimat- und Aufnahmeland hin- und herpendeln generell an Bedeutung gewonnen haben.
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Die Migrationsforschung ging lange davon aus, dass Migranten relativ arm und ungebildet sind. Man nahm an, dass gebildete Menschen über genügend Möglichkeiten in ihren Heimatländern verfügten und für sie deshalb keine Notwendigkeit zur Migration bestand. Zudem herrschte die Vorstellung vor, dass Migranten aus weniger entwickelten Regionen oder Staaten kommen mit einem weniger entwickelten Bildungswesen. Die Forschung wurde dementsprechend von dem Bild beherrscht, dass Migranten vor allem manuelle Arbeitsplätze der Industrie besetzen und demnach die Erscheinung Migration die Migration von Un- oder Niedriggebildeten sei. Erst gegen Ende des 20. Jahrhundert wurde die Migration von Hochgebildeten von der Forschung verstärkt wahrgenommen. Dies wurde ausgelöst durch die zunehmende unternehmerische Nachfrage nach hochqualifizierten Kräften in Forschung Entwicklung Verwaltung und Management.







