Tag Archiv | "Turkmenbaschi"

Tags: , , ,

Turkmenistan: Bauboom geht weiter

Veröffentlicht am 28 März 2009 von Paul Becker

Saparmurat Turkmenbaschi Nijasow wurde oft als Erbauer- Präsident bezeichnet. Grund für diesen “Spitznamen” bildeten die zahlreichen Megaprojekte des ehemaligen “Vater aller Turkmenen”.

Einige seiner Bauten sind wirklich beeindruckend. In der nachstehenden Bildergalerie finden Sie einige Beispiele der turkmenischen Baukunst:

[nggallery id=62]

Ob die Turkmenbaschi Ruchy (eine Moschee, die bis zu 10 Tausend Gläubige beherbergen kann), Paläste, Monumente, ein Zoo mit Pinguin- Schwimmbecken, Eishalle und ein künstlicher See mitten in der Wüste, oder einer seiner ehrgeizigsten Projekte, die Wüste in einen Wald zu verwandeln, als in 2006 rund um Ashgabad 1000 km² Wüste mit Baumstecklingen bepflanzt wurden, alle diese Projekte von Turkmenbaschi hatten typische Ausmaße für ein totalitäres Regime.

Auch der neue Präsident Turkmenistans Gurbanguly Berdymuhammedow möchte im Nichts nachstehen, wenn es um Großbauprojekte geht.

Dieses Jahr wurde bereits der Bau von 30 neuen Wohnhochhäusern von der turkmenischen Regierung in Auftrag gegeben, darunter das Gebäude des staatlichen Instituts für Transport und Telekommunikation, das in den nächsten Jahren am Neutralitätsprospekt errichtet wird. Die Fassade des Gebäudes bekommt wie die meisten Regierungsgebäude in Ashgabad ein Marmor- Glas Gesicht mit vergoldeten Elementen aus Metall. Die Baugrube für das Gebäude ist bereits ausgehoben.

Auch das Gebäude des Staatsbetriebes “Turkmenhala”, das zusammen mit dem Museum turkmenischer Teppichwebkunst in ein Gebäude zieht, wird mit Sicherheit ins Staunen versetzen. Die Fassade wird nämlich wie ein turkmenischer Teppich mit dem traditionellen nationalen Ornament aussehen. Das Gebäude selbst bekommt ,wie denn auch sonst, eine Marmorverkleidung mit grau- blauen Buntglasfenstern. Besonders beindruckend wird das Gebäude dann bestimmt bei Nacht im Scheinwerferlicht aussehen.

Bild: turkmenistan.ru

Auch das neue Olympische Stadion, was ein unterirdisches Einkaufszentrum beherbergt, wird den modernsten europäischen Stadien im Nichts nachstehen.

Desweiteren soll auch der Bahnhofskomplex komplett rekonstruiert werden. Der Tender für das Projekt wurde bereits ausgeschrieben.

Weitere nennenswerte Bauvorhaben sind das 10- stöckige Gebäude der turkmenisch- russischen Puschkinschule, das neue Gebäude der Stadtpolizei, die Konstruktion der neuen Ruchnamauniversität und ein Baukomplex gegenüber dem zukünftigen Palast “Halk Maslahaty” in dem die Industrie- und Landwirtschaftsministerien ihren Einzug feiern werden.

Wenn es nach den Vorstellungen Berdymuhammedows gehen soll, bekommt die Stadt demnächst auch einen neuen Fernsehturm und einen sechsspurigen Autobahnring um die Stadt herum. Die neue Autobahn soll den innerstädtischen Verkehr entlasten und  befindet sich bereits im Bau. Wie der neue Fernsehturm aussehen soll, bleibt vorerst unbekannt.

Touristischer Großbauprojekt Avaza am Kaspischen Meer. Bild: turkmenistan.ru

Touristisches Großbauprojekt Avaza am Kaspischen Meer. Bild: turkmenistan.ru

Das auf der Grafik abgebildete Großbauprojekt Avaza ist bereits ein Jahr alt. Mehrstöckige Hotels, die an Paläste erinnern, Stadions, Golf- Clubs, Tennis Courts, Schwimmbäder, Diskotheken, im Meer gelegene Luxusrestaurants und orientalische Minicafes, das ist nur ein Auszug aus dem gesamten Bauvorhaben, das am azurblauen Wasser des Kaspischen Meeres liegt und von der berühmten Wüste Kara-Kum (oder Karakum- Schwarzer Sand) und exotischen Bergen umrundet wird.

Doch die Exzentrik Berdymuhammedow kennt anscheinend keine Grenzen. Genau wie sein Vorgänger ließ er am 14. März 2009 300 Tausend Stecklinge beim Gesamtturkmenischen Jofar (Subbotnik) einpflanzen. Dies war auch ein Startschuss für ein Begrünungsprogramm “Grüner Gürtel”. Insgesamt sollen allein diesen Frühling rund 1,5 Millionen Stecklinge eingepflanzt werden. Die Bewässerung dieses grünen Massivs soll nach der aus Israel bekannten Tropfenmethode erfolgen.

Bei der Ausarbeitung diesen Artikels wurden Bilder folgender Seiten benutzt: rosconcert.com/ dostlar.ru/ ashxabat.narod.ru/ skier.com.ua/ mekdep.com

Kommentare (2)

Tags: , ,

Turkmenistan: Denominierung des Manats

Veröffentlicht am 07 Januar 2009 von Paul Becker

Ab dem 1. Januar 2009 wurde in Turkmenistan ein neuer, denominierter Manat in den Umlauf gebracht. Der neue Manat wird für 5000 alte Banknoten umgetauscht. Ein weiteres Novum ist das Verschwinden des Portraits Saparmurat Turkmenbaschi (Vater aller Turkmenen) Nijasow von allen Banknoten abgesehen von der 500 Manat- Banknote, die nun die größte sein wird.

Bildquelle: yandex.ru

Bildquelle: yandex.ru

Alle anderen Geldscheine werden nun historische Persönlichkeiten und turkmenische Schriftsteller abgebildet. Bestätigten Angaben zufolge werden es Sultan Sandschar, der Dichter Mahtumkuli Fragi und Ogus Chan.

Alte Banknoten können bis zum 31. Dezember 2010 umgetauscht werden. Um es den Bürgern Turkmenistans einfacher zu machen sich an das neue Geld zu gewönnen wurden die Preise in der letzten Zeit in beiden Währungen angegeben.

Die Denominierung des Geldes ist ein klarer politischer Schritt,  da sie Hand in Hand mit der Einführung der neuen Geldscheine ging und einen weiteren Schritt der neuen turkmenischen Regierung auf dem Weg der langsamen Öffnung des Landes und der Revidierung Personenkultes Turkmenbaschis darstellt. Die Reihe der Maßnahmen reichte von Entfernung des goldenen Symbols Turkmenbaschis aus dem staatlichen Fernsehen, über die Aufhebung der Reisebeschränkungen im Land, die vom Turkmenbaschi den Anwohnern der Grenzregionen auferlegt wurden, Berdymuhammedows Begnadigung tausender politischer Häftlinge, die unter Nijasows Regierung interniert wurden und seine Säuberung der höchsten Eschelonnen der Macht von den Anhängern Nijasows und die letzten Maßnahmen waren die Wiederaufnahme der Gespräche mit Aserbaidschan, die Abmontage der goldenen Statue Nijasows aus dem Zentrum Aschgabads. Am 1. Januar 2009 wurde der Name Saparmurat Turkmenbaschi Nijasows auch zum ersten Mal  in der Nationalhymne Turkmenistans nicht mehr erwähnt.

Paul Becker für GUS- News


Kommentare (2)

Advertise Here
Advertise Here