Aktuelle Nachrichten und Analysen zu den Themen aus der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten
Der russische Präsident Dmitrij Medwedjew unterschrieb ein neues Gesetz welches ab dem 1. Januar 2009 die Erhöhung der Mindestlöhne von momentan 2300 auf 4330 Rubel vorsieht.

Bildquelle: do-finance.com
Dieses föderale Gesetz ist auf die Realisierung der § 133 und 421 des Arbeitsgesetzbuches der Russischen Föderation gerichtet und sieht eine Erhöhung des Mindestlohnes vom 1. Januar 2009 auf 4330 Rubel im Monat vor.
Dieser Mindestlohn entspricht dem Existenzminimum für das IV Quartal 2007, welches von der russischen Regierung für die Bevölkerung im arbeitsfähigen Alter festgesetzt wurde.
Es gibt meiner Meinung nach 2 Probleme, die mit diesem Gesetz in Verbindung gebracht werden können:
1. Das Existenzminimum, welches für das IV. Quartal 2007 noch galt ist bereits heute nicht mehr aktuell, weil die galoppierende Inflation (Laut Prognosen der Regierung beträgt die Jahresinflation für 2008 in Russland rund 10,5%) die Preise nach Oben getrieben hat.
2. Diese Erhöhung der Löhne wird höchstwahrscheinlich die Inflation in 2009 nochmal anheizen.
Deswegen könnte dieser lobenswerte Ansatz der russischen Regierung ganz einfach verpuffen.

Crosslinks:
- Russland: Ausgaben für Lebensmittel
- Umfrage: Die Mehrheit der Russen denken, dass die Armut im Land zugenommen hat
- Umfrage in Russland: Was sind die Hauptgefahren für das Land?
Mit diesem Beitrag möchte ich an meinen Artikel vom 23. Juni. 2008 über die Armut in der Russischen Föderation anknüpfen. Wie ich in diesem Artikel geschrieben habe sagte die Mehrheit der russischen Bevölkerung bei einer Umfrage der Stiftung “Öffentliche Meinung” aus, die Armut im Land habe zugenommen.
Trotz vieler positiver Entwicklungen der letzten Jahre muss man jedoch konstatieren, dass das Land immer noch mit den Folgen der Wirtschaftsstagnation in der Sowjetunion Ende 80er bzw. unter den Folgen der turbulenten 90er Jahre zu kämpfen hat.

Letzten Freitag erschien eine Umfrage des russischen Umfragezentrums WCIOM über die Lebensmittelausgaben im Familienbudget.
Bevor ich zu den Ergebnissen dieser Umfrage komme, möchte ich zunächst die Bedeutung der Lebensmittelausgaben bei der Identifizierung der Armut in Erinnerung rufen. Die Lebensmittelausgaben sind insofern ein Indikator für Armut im Lande, dass die Bevölkerung in einem armen Land die Mehrheit ihrer Ausgaben für Nahrung und Kleindung veranschlagt, denn diese beiden Güter sind lebensnotwendig. Insbesondere wird Nahrung in den Wirtschaftswissenschaften oft als unelastisches Gut bezeichnet. Auch bei steigenden Preisen bleibt die Nachfrage stabil, da es keine Substitute für dieses Gut gibt und es überlebensnotwendig ist. Deswegen bleibt auch bei steigenden Preisen die Nachfrage nach diesen Gütern stabil, es findet eine Umstrukturierung des Budgets statt, bei der diese unelastischen Güter (in diesem Fall Nahrung) größere Anteile im Ausgabenpart einnehmen.
In Russland werden demnächst drei neue Universitäten föderaler Bedeutung gegründet. Darüber berichtet heute die Zeitung “Kommersant“.

Foto: mephi.ru
Das Präsidium der russischen Regierung wird sich am 23. Juni beschäftigen. Als Basis für die drei Universitäten föderaler Bedeutung werden der Fernöstliche Staatsuniversität, Moskauer Hochschule für Ingenieure und Physiker (MIFI) und Moskauer Hochschule für Stahl- und Legierungslehre (MISiS). Bereits in 2009 erhält jeder dieser drei Universitäten 3 Milliarden Rubel (rund 81,4 Mio. €) mehr Mitteln aus dem Staatsbudget (Privatwirtschaftliche Gelder nicht mit eingerechnet).
Die Entscheidung die Fernöstliche Staatliche Universität zu gründen wird mit dem Gipfeltreffen der APEC (Asian Pacific Economic Cooperation), der 2012 in Wladiwostok stattfinden wird, in Verbindung gebracht. Die Föderale Universität auf der Basis von MIFI wird in einer Zusammenarbeit mit Rosatom verwirklicht und avanciert sich zur Universität der Atomingenieure.
Was die MISiS angeht so hat die Regierung Pläne vorgelegt, nach denen bei der Eröffnung der Universität eine enge Zusammenarbeit mit Privatkapital geplant ist. Desweiteren soll die MISiS eine Wirtschaftliche, Medizinische und Biotechnologische Fakultät beherbergen.

Politiker und Geschäftsmann Sulejman Kerimow verkaufte seine Aktien von Sberbank und Gazprom für eine Gesamtsumme von 21 Milliarden $. Das Geld investiert er in Deutsche Bank (wo der Anteil seiner Aktien sich von 3% auf 9% erhöhen soll), UBS, Morgan Stanley und Credit Suisse.

Neben seiner Aktiva an Sberbank und Gazprom trennte sich gebürtige Dagestaner bereits von vielen seiner weiteren russischen Aktiva bzw. hat das in der nächsten Zeit vor. Im April dieses Jahres trennte er sich bereits von “Polimetall” - dem größten russischen Silberproduzenten, sowie im März dieses Jahren von seinen Aktien an OAG “National Telecomunications” und “Metronom AG” (allein dafür bekam er 200 Mio. $)
Das Geld, das er für den Verkauf dieser Aktiva bekam, investierte er bereits in 3% der Deutsche Bank Aktien. Wie der “Kommersant” heute berichtet hat Kerimow vor, seinen Anteil an der Deutschen Bank von 3% auf 9% zu erhöhen.
Nach Meinung vieler Analytiker handelt Kerimow sehr logisch, wenn er in ausländische Aktiva investiert:
“Die Wertpapiere ausländischer Banken bekamen den meisten Schaden durch die letzte Finanzkrise als die anderen Wertpapiere ab und haben deswegen ein großes Wachstumspotential” - meint der Alfabank Analytikerin Natalia Orlowa. Es existieren aber auch Meinungen, dass die Investitionen in ausländische Aktiva eher politischer Natur sind und den Zweck haben, sich vor den politischen Gefahren abzusichern.
Ob Kerimow demnächst nach London umzieht, bleibt an dieser Stelle erstmal unbeantwortet.

Das Statistische Bundesamt veröffentlichte gestern anlässlich des Besuchs des russischen Präsidenten Dmitri Medwedew in Deutschland die Export- Importstatistiken der Bundesrepublik Deutschland und Russischer Föderation für das Jahr 2007.

Statistisches Bundesamt Deutschlands in Wiesbaden Foto: bund.de
So standen 2007 Erdöl und Erdgas mit einem Wert von 20,0 Milliarden Euro an der Spitze der deutschen Einfuhrgüter aus der Russischen Föderation. Die beiden Energieträger machten rund 69% der deutschen Einfuhren aus der Russischen Föderation in Höhe von 28,8 Milliarden Euro aus. An zweiter Stelle folgten Metalle und Halbzeuge daraus mit einem Anteil von 15%.
Deutsche Unternehmen lieferten 2007 nach vorläufigen Ergebnissen Waren im Wert von 28,2 Milliarden Euro in die Russische Föderation. An erster Stelle wurden Maschinen (25%) in das Land am Ural geliefert, gefolgt von Kraftfahrzeugen und Kraftfahrzeugteilen (17%) sowie chemischen Erzeugnissen (11%). Gegenüber 2006 stiegen die deutschen Ausfuhren in die Russische Föderation um 20,6%.

Estland hat innerhalb Europas eines der höchsten Unterschiede in den Einkommen der Bevölkerung. Doch die Tendenz in dem baltischen Land geht eindeutig Richtung Egalität der Bevölkerung.
Wenn 2004 noch der durchschnittliche europäische Gini- Koeffizient, der die Unterschiede in Einkommen charakterisiert bei 32,7 lag, lag dieser in den Baltischen Ländern zwischen 33,4 und 35,5 und machte Estland somit zu einem eher ungleichen Land, was das Einkommen betrifft. Die größte Egalität in Europa wurde in den Skandinavischen Ländern gemessen (Schweden 22,5; Dänemark 22,7). Aber auch Finnland lag mit 24,9 deutlich unterhalb des europäischen Durchschnitts.
Zur Erinnerung Gini- Koeffizient von 0 bedeutet, dass die Einkommen völlig gleichmäßig unter der Bevölkerung verteilt werden, Gini- Koeffizient von 100 bedeutet, dass der gesamte Volkswirtschaftliche Ertrag sich in den Händen einer Person befindet.
Heute am 19. Mai 08 wird der neue Präsident Turkmenistans Gurbanguly Berdymuhammedow mit einer offiziellen Visite in der Hauptstadt Aserbaidschans Baku erwartet. Dieses Treffen eröffnet ein neues Stadium in den Beziehungen beider Länder, die mehrere Jahre sich in politischer Konfrontation befanden. Die Annäherung beider Länder könnte sowohl von großer regionaler, als auch internationaler Bedeutung sein.

Viele Experten sind der Meinung, dass die zentralen Fragen, die beim Treffen der beiden Präsidenten erläutert werden, die der Energieträger, der Aufteilung des Kaspischen Meeres und der Bau des Transkaspischen Gaspipeline sind. Baku-Tblisi-Erzurum Pipeline, die eventuell nach Turkmenistan verlängert wird und den turkmenischen Gas Richtung Europa bringen könnte ist das Thema, welches für Europa von besonderer strategischer Bedeutung ist, da es die Hoffnung auf Nabucco- Pipeline wieder erwecken kann. Das Projekt Nabucco war zu seiner Zeit unter den 5 wichtigsten Energieprojekten Europas und sollte die Energiezulieferung diversifizieren und die Energieabhängigkeit Europas von Russland verringern.
Doch seit dem Austritt der französischen Gaz de France aus dem Nabucco Projekt und der erfolgreichen Politik Russlands in der zentralasiatischen Region bzw. einem russischen Projekt South Stream, welches Österreich, Ungarn und Bulgarien vorerst als mehr erfolgsversprechend erscheint, als die Nabucco Pipeline.

© energytribune.com
Es wurde viel über die schwierigen russischen Transformationsjahre 1991- 2001 geschrieben und diskutiert. Ich möchte an dieser Stelle und auf diesem Weg meinen bescheidenen Beitrag zur Diskussion beitragen.
„Das Wort Rente entspricht dem altfranzösischen Wort rente - Ertrag, und ist wahrscheinlich abgeleitet aus dem lateinischen reddere - zurückgeben.“

© omskinform.ru
Die Geschichte der Rente geht sehr weit zurück. Im Mittelalter entwickelten sich bereits Einrichtungen zur Selbsthilfe auf genossenschaftlicher Basis. Zu den ältesten Institutionen gehören die Gemeinschaften der Bergleute. Zur Unterstützung im Falle von Not und Krankheit wurden Umlagen erhoben (Büchsenpfennig). Die gesetzliche Rentenversicherung existiert bereits seit über 110 Jahren, sie wurde gemeinsam mit anderen Sozialversicherungen zum ersten Mal in Deutschland durch Bismarck 1889 eingeführt.
Migrationsbewegungen
Doch wie stark sind die Migrationsbewegungen? Was sind die Flüsse? Ich möchte Anhand von ein paar Grafiken die wichtigsten Strömungen Hochspezialisten aus Osteuropa als Ganzes und dann die zwei meiner Meinung nach am gegenseitlichsten liegende Länderbeispiele von Russland und der Ukraine.
© gusnews. Für bessere Auflösung auf das Bild klicken.
Um Gründe von Wanderungen der Hochqualifizierten zu untersuchen, nutzen traditionelle Ansätze der Migrationsforschung häufig Modelle, die internationale Migrationen im Rahmen von sogenannten Push- und Pull-Faktoren erklären.
Damit ist gemeint, dass es vom Aufnahmeland (Pull-Faktoren) oder vom Sendeland (Push-Faktoren) ausgehende Kräfte gibt, die Migrationen bestimmen. Ich unterteile die Push- und Pull Faktoren in drei Kategorien: wirtschaftliche, politische und soziale (private).
© gusnews
Wirtschaftliche Faktoren
Politische Faktoren
Soziale Faktoren