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Russland: Ethnische Sympathien und Antipathien der russischen Bevölkerung

Veröffentlicht am 22 Juni 2010 von Paul Becker

Der Gesamtrussische Zentrum für Untersuchung der öffentlichen Meinung (WCIOM) führte am 20. Mai 2010 eine landesweite Umfrage durch.  Das Thema der repräsentativen Umfrage lautete: Ethnische Sympathien und Antipathien der russischen Bevölkerung. Insgesamt wurden 1600 Menschen in 140 Ortschaften befragt. Die statistische Abweichung liegt bei unter 3,4%.

Grafik 1: Menschen welcher Nationalität sympathisieren Sie am Meisten?

Ethnische Sympathien der Russen in 2010 (offene Frage, beliebige Anzahl der Antworten)

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Russische Reaktionen auf den Südossetienkonflikt

Veröffentlicht am 17 November 2008 von Paul Becker

Der südossetische Konflikt nahm in der letzten Zeit einen der vordersten Plätze in der weltweiten Berichterstattung ein. Es gab unterschiedlichste Sichtweisen über die Rolle Russlands und Georgien in diesem Konflikt. Vieles wurde gesagt und vermutet, aber auch an gegenseitigen Schuldzuweisungen hat es auch nicht gemangelt.

Движение против нелегальной иммиграции

Doch eine Seite dieses Konflikts wurde weitgehend vernachlässigt und zwar das Schicksal von Hunderttausenden georgischen Arbeitsmigranten in den russischen Großstädten.

Hat sich das Verhältnis der russischen Bevölkerung und des russischen Staatsapparates zu den georgischen “Gastarbeitern”, wie die Arbeitsmigranten im Neurussischen genannt werden, seit dem Südossetischen Krieg geändert? Ich möchte an dieser Stelle in Erinnerung rufen, was 2006 passiert war, als in Georgien eine Gruppe russischer Militärangehöriger auf einen Verdacht hin, Spionage zu Gunsten der Russischen Föderation betrieben zu haben, verhaftet worden war. Damals wurden die Georgier massenweise aus Russland deportiert, georgische Betriebe wurden ständigen Kontrollen unterzogen, viele georgische Casinos und Restaurants in den Großstädten geschlossen. Ist die Situation nach dem Südossetien Konflikt ähnlich? Oder gibt es keine Parallelen in der Reaktion der Regierung und anderer gesellschaftlicher Akteure zu der Situation in 2006?

Als erstes möchte ich die Reaktion der DPNI Bewegung erwähnen. DPNI steht für (Движение против нелегальной иммиграции) Bewegung gegen die illegale Immigration. Diese Organisation ist in Russland für ihre Eskapaden bekannt. Bereits kurz nach dem Ausbruch des Konflikts in Südossetien erklärte die DPNI, ihre Mitglieder werden mit Videokameras “auf den Plätzen mit hoher Konzentration georgischer Bürger” auf Streife gehen. Sie wollten die Wohnungen aufsuchen, in denen illegale Georgier leben und ihre Nachbarn befragen.

Desweiteren stellt DPNI Listen mit georgischen kriminellen Autoritäten (sogenannte Diebe im Gesetz – Воры в законе) zusammen. Der Führer der Organisation Alexandr Below forderte auf der Seite der DPNI Georgier zu “internieren”, oder zumindest in Ihren Rechten auf freie Mobilität innerhalb der Russischen Föderation zu beschränken und keinen Ausreiseanträgen der Georgier zuzustimmen. Begründet hat er diesen Vorschlag damit, dass Russland zu dem Zeitpunkt sich faktisch im Krieg mit Georgien befand und die Georgier, die in Russland leben, auf der georgischen Seite gegen die russischen Truppen kämpfen.

“Allerdings bildet die DPNI nur eine Randgruppe in der russischen Gesellschaft” – könnte man auf dem ersten Blick sagen und spiegelt keinesfalls die Meinung der breiten Bevölkerung der Russischen Föderation wieder. Doch trifft diese Hypothese wirklich? Wie steht es um die  Meinung der russischen Bevölkerung? Und viel wichtiger, welche Position nahm die russische Regierung in diesem Konflikt an?

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